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26. Mai 2002, 14:03 Uhr

Mallorca ohne Deutsche

Ende einer Liebesbeziehung?

Die Zahl der Urlauber auf der spanischen Ferieninsel Mallorca ist in den ersten Monaten dieses Jahres stark zurückgegangen. Für die Sommersaison ist keine Besserung in Sicht: Vor allem die Deutschen kehren ihrem geliebten "siebzehnten Bundesland" in Scharen den Rücken.

Mallorquinischer Strand: Für den Sommer ist keine Besserung in Sicht
DPA

Mallorquinischer Strand: Für den Sommer ist keine Besserung in Sicht

Palma de Mallorca - Wie die Wochenzeitung "Mallorca Magazin" am berichtet, wurden auf dem Flughafen von Palma von Januar bis Ende April 11,2 Prozent weniger Fluggäste abgefertigt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dies bedeute ein Minus von 454.000 Reisenden.

Besonders die Deutschen kehrten der Insel langsam den Rücken. Im Monat April hätten im Vergleich zum April des Vorjahres 35,6 Prozent weniger Urlauber aus Deutschland Mallorca besucht. Bei diesem hohen Rückgang spielte allerdings auch eine Rolle, dass die Osterferien in diesem Jahr zu einem Teil in den März gefallen waren.

Eine Umkehr der rückläufigen ist Tendenz nicht absehbar. Hoteliers bezeichneten nach Angaben der Zeitung den Mai als "den schlechtesten seit Jahrzehnten". Für Juni sei angesichts der Fußballweltmeisterschaft keine erhebliche Besserung zu erwarten. Die Hotels stünden dann voraussichtlich zur Hälfte leer.

Preussag-Vorstand: Bulgarien statt Palma

El Arenal im Juli 2000: Dieses Jahr dürfte sich das Gedrängel etwas lichten
DPA

El Arenal im Juli 2000: Dieses Jahr dürfte sich das Gedrängel etwas lichten

Nach Angaben des größten europäischen Touristikunternehmens, der Preussag, haben bis zu 20 Prozent weniger Reisende als im vergangenen Sommer eine Reise auf die Mittelmeerinsel gebucht. Preussag-Vorstandsmitglied Ralf Corsten macht vor allem die vor wenigen Wochen eingeführte Ökosteuer für Touristen und zu hohe Preise für die Entwicklung verantwortlich. Mallorca liegt damit in den Buchungszahlen für den laufenden Sommer weit schlechter als der gesamte deutsche Reisemarkt, wo nach Preussag-Angaben ein Rückgang von 16 Prozent zu verzeichnen ist.

Corsten berichtete von neuen Zielgebieten, die die Preussag-Tochter TUI nun erschließen werde: So seien die Kundenzahlen für Bulgarien innerhalb von einem Jahr von 120.000 auf 200.000 gestiegen. Dort würden neue Hotels erschlossen. Nach Angaben von Preussag-Managern bietet Bulgarien den Urlaubern ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem würden die Kapverdischen Inseln neu in das Angebot aufgenommen. "Die Kapverden sind das, was die Kanaren vor 35 Jahren waren", sagte Corsten.

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