Balearen Mallorca und Menorca verbieten das Rauchen an sieben Stränden

Die von Felsen umgebene Cala Deià ist dabei, auch die Touristenhochburg Cala Millor und eine Badebucht in Alcúdia: Mallorca ruft seine Besucher an sechs Stränden zum Zigarettenverzicht auf.

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Zigarettenstummel im Sand sind belastend für die Umwelt - und eine Gefahr für am Strand spielende Kleinkinder. Verschlucken sie die Kippen, können die Tabakreste und Giftstoffe im Filter zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit oder Durchfall führen. Um diese Risiken zu vermeiden, hat Mallorca drei weitere Strände zu rauchfreien Zonen ernannt.

Nachdem bereits im Juli in der Bucht Cala Estància in Palma, in der Cala Anguila in Manacor und am Strand Sant Joan in Alcúdia Zigaretten verboten worden waren, folgten die folgenden Strände:

  • Cala Deià
  • Colònia de Sant Pere
  • Cala Millor (Gemeinde Sant Llorenç)

Auf der Nachbarinsel Menorca schloss sich der Strand Binissafúller der Initiative "Platges sense fum, platges saludables" (katalanisch für: Strände ohne Rauch sind gesunde Strände) an, wie die Balearenregierung mitteilte.

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Strände auf Mallorca und Menorca: Rauchen, nein danke!

Insgesamt seien Raucher damit nun an sieben Stränden der Balearen aufgefordert, das Qualmen zu unterlassen, berichtete die "Mallorca Zeitung". Das Projekt ist vom balearischen Gesundheitsministerium ins Leben gerufen worden.

Kontrolle durch andere Badegäste

Dabei gehe es nicht nur um die Gesundheit der Badegäste, sondern auch um den Umweltschutz, hieß es: Die unansehnlichen Kippenstummel im Sand sollen der Vergangenheit angehören. Bislang handelt es sich jedoch lediglich um eine Empfehlung: Badegäste, die das Verbot missachten, werden noch nicht bestraft. Die Behörden setzten auf das Verständnis der Raucher und Kontrolle durch andere Badegäste, so das "Mallorca Magazin".

Auch ein anderes Reiseziel, das für seine Strände berühmt ist, hat in der Vergangenheit Zigarettenverbote erlassen: Thailand. Das Land untersagt das Rauchen an mehreren populären Stränden bereits seit 2017 weitgehend, unter anderem am Patong Beach in Phuket sowie in Pattaya, Hua Hin und Cha Am.

Seit Kurzem darf außerdem in insgesamt 52 Parks und Gärten von Paris nicht mehr geraucht werden. Damit gilt das Zigarettenverbot in zehn Prozent der Pariser Grünflächen von Frankreichs Hauptstadt. Darunter sind der 8,7 Hektar große Georges-Brassens-Park im 15. Arrondissement sowie kleinere Parks in fast allen Bezirken zwischen Zentrum und Stadtrand.

jus/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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lucbauer 16.08.2019
1. Wieso nicht an allen?
Nicht nur der ekelerregende Gestank und das radioaktive Polonium ist ein Problem, diese Süchtigen stecken ja auch einfach die Kippen in den Sand wo die Gemeinde sie dann nachts aufwendig mit Riesenmaschinen wieder raussieben muss.
Hamberliner 16.08.2019
2. Die xarxa de platges sense fum hat mit Verboten nichts zu tun.
---Zitat von SPON--- Bislang handelt es sich jedoch lediglich um eine Empfehlung: Badegäste, die das Verbot missachten, werden noch nicht bestraft. ---Zitatende--- Also kein Verbot. Alles im Grünen Bereich. Man kann wie überall so auch am Strand seinen zuklappbaren Hosentaschenaschbecher benutzen, dann wird der Sand auch nicht mit Kippen verunreinigt. Dass andere das sehen ist die beste Werbung dafür, es nachzumachen um den Strand sauber zu halten, weswegen es kontraproduktiv (und unspanisch sowieso) wäre, andere Menschen deswegen anzumeckern. Auch in lokalen Pressemeldungen (https://www.dbalears.cat/balears/2019/07/17/329125/tres-platges-mallorca-sumen-xarxa-platges-sense-fum.html) steht nichts von einem Verbot. Wirklich verboten ist das Rauchen an einigen Stränden Spaniens, davon befinden sich zwei auf Ibiza, aber keiner auf Mallorca oder Menorca. Hier (https://www.antena3.com/noticias/sociedad/estas-son-playas-espanolas-donde-esta-prohibido-fumar_201907295d3eb9ce0cf21768fa749c81.html) eine Übersicht.
karlsiegfried 16.08.2019
3. Richtig so
Raucher tragen die Schuld am Klimawandel, sie vergiften die ganze Welt, sie müssen ausgerottet werden. Fragt sich nur, werden zahlt dann die Billiionen Euro die weltweit durch Tabaksteuer eingenommen werden, wer schaftt neue Arbeitsplätze für die armen Menschen die vom Tabakanbau leben und so weiter. Irgdenwie dreht die Menschheit nunb völlig durch.
Mike.liquimoly 16.08.2019
4. Sind Zigarettenstummel der einzige Müll?
Chips, Cola, Schokoriegel, leere Sonnenmilchflaschen etc. Wehen abends über Spaniens verlassene Strände. Dabei sind es weniger die Deutschen Touristen, die ihre Sauerei zurücklassen, eher Einheimische, die den Weg zur 30 m entfernt gelegenen Mülltonne scheuen. Mein kleiner Taschenaschenbecher begleitet mich auf Schritt und Tritt, und und am meisten Strände Spaniens gehört der umgestülpte Blumentopf auf einem Tonteller als Aschenbecher zum Standard bei der teils unverschämten Tagesmiete für zwei Liegestühle mit Parasol.
intercooler61 17.08.2019
5. Top of the list
Zitat von lucbauerNicht nur der ekelerregende Gestank und das radioaktive Polonium ist ein Problem, diese Süchtigen stecken ja auch einfach die Kippen in den Sand wo die Gemeinde sie dann nachts aufwendig mit Riesenmaschinen wieder raussieben muss.
Dass gleich der erste Beitrag mit der allseits beliebten Polonium-Story aufwartet, erspart das Weiterlesen (siehe die Zerfallsreihe nebst Halbwertszeiten von Po-210 relativ zu seinen Nachbarn und zum Zeitablauf zwischen Tabakernte und -konsum). In TR und IT sind mir sowohl getrennte Raucher- und Nichtraucherstrände als auch eine völlig neuartige Erfindung namens Aschenbecher (am Sonnenschirm) begegnet. Beides halte ich zumindest für prüfenswert, gern auch mit Sanktion bei Missachtung. In Erdoganistan steht de iure übrigens schon das Ignorieren eines beobachteten Rauchverbrechers unter Strafe (abgeurteilte Fälle sind mir allerdings noch keine bekannt). Auch wenn dergleichen der deutschen Mentalität sicher entgegenkäme - ganz so weit würde ich dann doch nicht gehen wollen. Und säubern muss man die Strände in jedem Fall - von Flaschen, Dosen und sonstigem Müll, den die Kundschaft dort trotz engmaschiger Entsorgungsangebote hinterlässt. Wenigstens hat der Siegeszug der PET-Flasche das Risiko von Schnittverletzungen drastisch reduziert. Es gibt also durchaus Fortschritte.
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