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05. März 2010, 10:48 Uhr

Manchester

Passagiere durften nach verweigertem Scan nicht mitfliegen

Kein Scan, kein Flug: In Großbritannien durften erstmals seit Einführung von Körperscannern zwei Passagiere nicht an Bord gehen, da sie die Kontrolle verweigerten. Die muslimischen Britinnen führten religiöse und medizinische Gründe an.

London- Zwei Passagieren ist in Großbritannien der Flug verweigert worden, da sie sich nicht mit Hilfe eines Körperscanners kontrollieren lassen wollten. Am Flughafen Manchester hätten sich zwei Musliminnen aus religiösen und medizinischen Gründen geweigert, den zufällig angeordneten Körperscan über sich ergehen zu lassen, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Die Sicherheitsbeamten hätten sich eine halbe Stunde lang bemüht, den beiden britischen Staatsbürgerinnen mit Flugziel Islamabad in Pakistan die Funktionsweise des Geräts zu erklären. Die Musliminnen hätten sich dennoch entschieden, den Flug nicht anzutreten.

Infolge eines vereitelten Anschlags in den USA an Weihnachten werden seit 1. Februar in Großbritannien sporadisch Fluggäste vor dem Check-in durch den Körperscanner geschickt. Dies geschieht nach Angaben des Flughafensprechers in Manchester per Zufall oder auf Wunsch des Passagiers. Der Scanner, der eine schemenhafte Aufnahme des Körpers, also keinen Nacktscan, liefert, kommt zudem zum Einsatz, wenn in vorangegangenen Untersuchungen ein Sprengstoff- oder Metallalarm ausgelöst wurde.

Nach den Londoner Airports hat der Flughafen Manchester in Großbritannien das größte Passagieraufkommen. Seit 1. Februar wurden dort etwa 15.000 Fluggäste gescannt, das sind fünf Prozent des Gesamtaufkommens.

abl/AFP

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