Miles&More Lufthansa belohnt künftig nur extrem loyale Kunden

Nur ein wirklich treuer Kunde kann künftig ein offizieller Vielflieger der Lufthansa werden. Europas größte Airline stellt ihr Kundenprogramm um.

Miles&More-Kreditkarte: Wer treu ist, bekommt Punkte
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Miles&More-Kreditkarte: Wer treu ist, bekommt Punkte


Der Lufthansa-Konzern will sein Vielfliegerprogramm Miles&More in gut einem Jahr wieder ummodeln. Angekündigt war dies schon länger, jetzt sind die ersten Kunden informiert. Das Unternehmen will am Dienstag an die Öffentlichkeit gehen. Mit einem Vielfliegerstatus sind Vorteile wie etwa der Lounge-Zugang oder bevorzugtes Boarding verbunden.

Ab Januar 2021 wird Europas größte Airline die Logik verändern, mit der man einen Vielfliegerstatus erreichen kann. Dies sagt Lufthansa-Sprecherin Sandra Kraft dem SPIEGEL. Belohnt würden dann jene Kunden, die dem Unternehmen gegenüber wirklich loyal seien. Auch würde nach vielen Gesprächen mit Vielfliegern das Berechnungssystem vereinfacht. Das "Handelsblatt" berichtete zuerst über Veränderungen. Das System der sogenannten Prämienmeilen, mit denen die Kunden Tickets oder Waren erwerben können, bleibt hingegen unverändert

Schon länger ist der Name Miles&More eigentlich nicht mehr korrekt: Seit März 2018 zählen für eine Gutschrift in dem Treueprogramm nicht mehr die geflogenen Distanzen, sondern der Ticketpreis. Um ab 2021 überhaupt den Vielfliegerstatus zu erreichen, werden dann zudem nicht mehr Meilen, sondern Punkte gesammelt. Diese ergeben sich aus der Kombination aus Reiseklasse (Economy-, Premium Economy-, Business- oder First-Class-Ticket) und Verkehrsgebiet (Kurz- oder Langstrecke), sagt Kraft. Die Sprecherin nennt als Beispiele für das "simplifizierte System":

  • Wer in der Economyclass innerhalb Europas fliegt, erhält fünf Punkte auf sein Konto - egal, auf welcher Strecke,
  • in der Businessclass innerhalb Europas: zehn Punkte.
  • Wer ein Langstreckenticket etwa für einen USA-Flug in der Economy bucht, bekommt 15 Punkte,
  • in der First Class auf der Langstrecke: 70 Punkte.

Für das Erreichen eines Vielfliegerstatus ist eine Mindestanzahl von Punkten nötig:

  • Ein "Frequent Traveller" muss mindestens 160 Punkte erflogen haben,
  • ein "Senator" 480 Punkte und
  • ein "HON Circle Member" 1500 Punkte.

Der erste Haken: Bisher zählte jeder Flug bei den 27 Mitgliedern der Star Alliance auf das Vielfliegerkonto ein. Künftig aber muss die Hälfte der Statuspunkte durch Buchungen bei Fluglinien des Lufthansa-Konzerns erreicht werden - also bei Lufthansa, Swiss, AUA, Brussels Airlines oder Eurowings, sagt Sprecherin Kraft. Die andere Hälfte kann wie bisher über Flüge mit Allianzpartnern gesammelt werden. HON Circle Members allerdings müssen sich - wie bisher- ausschließlich an Lufthansa-Gesellschaften halten.

Und einen zweiten Haken gibt es. Künftig gilt der erreichte Status nicht mehr für mindestens zwei Jahre, sondern für mindestens ein Jahr - genauer: bis zum Februar des übernächsten Jahres ab Erreichen der benötigten Punktzahl, sagt Kraft. "Senator" zum Beispiel kann sich ein Kunde also bestenfalls 26 Monate nennen.

Ein Bonbon hält die Fluggesellschaft dann doch noch für äußerst loyale Kunden bereit. Frequent Traveller und Senatoren könnten ihren Titel auf Lebenszeit erfliegen, sagt Kraft. Dafür allerdings müssen sie auch innerhalb von zehn Jahren 7500 beziehungsweise 10.000 Punkte bei den Kernfluglinien sammeln. Das ist allerdings ist sehr viel Lebenszeit über den Wolken.

abl



insgesamt 89 Beiträge
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SB1986M 11.11.2019
1. Was passiert mit den Prämienmeilen?
Wenn ich das richtig verstehe dann werden die Statusmeilen abgeschafft und durch diese Punkte hier ersetzt. Prämienmeilen werden genauso wie heute berechnet und vergeben (es ändert sich also gar nichts bei den Prämienmeilen). Kann das jemand bestätigen?
gottseidank.de 11.11.2019
2. Das alles ist es nicht wert!
Wer mal sinnvoll nachdenkt, sollte auf diesen Marketingunfug nicht auch noch reinfallen. Die armen Kerle die auf wichtig in Ihren Lounges hängen. Schnell noch zwei Tickets, sinnlos nach London, um den Status zu halten. Lol, ich bedauere Euch zutiefst. Mensch, mach dich frei von diesem Ballast!
brooklyner 11.11.2019
3.
Miles & More war schon immer typisch deutsch: Ja dem Kunden nichts schenken, da könnte ja jeder kommen. Die einlösbaren Flüge sind sehr dünn gesät und man brauchte immer im Vergleich zu anderen Airlines mehr Meilen, um Mal ein Upgrade oder einen Freiflug zu bekommen. Dazu noch die Honks und Senatorspesenritter in den Lounges, das legendär unfreundliche Lufthansapersonal, die gekaufte 5 Star Airline Auszeichnung, das erbärmliche Spiel mit dem Trojaner um Airberlin vom Markt zu kegeln, die bisher noch kaum beleuchtete Rolle der LH bei der Verzögerung des BER usw. Ich meide diese Airline nur noch, auch Eurowings ist keine ernstzunehmende Alternative zu vielen Zielen. Da sind andere mindestens genauso gut und günstiger und vor allem freundlicher und serviceorientierter.
123Valentino 11.11.2019
4. Schade....
habe ich doch noch die guten Zeiten von Miles & More erlebt. 1997/98 senatorstatus erreicht und nur durch geschicktes buchen , up grades waren normal. Zum Geburtdtag mal in die erste Klasse. Irgendwann wurden die Schrauben angezogen . Dazu lverlängerte unsere Firma nicht den Vertrag mit LH , die Buchung wurde außer Haus getätigt. Jetzt bin ich Rentner und muss das nicht mehr mitmachen.
hello_again 11.11.2019
5. Kurzstrecke Europa
Wenn Flüge bis 500km verboten werden, wird das Erfliegen eines Status schwerer. Ich hoffe doch, das passiert bald.
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