Milliardenprojekt Libyens Küste soll Paradies für Öko-Touristen werden

Libyen ist bislang weder durch besondere Klimaschutz-Maßnahmen noch als Ziel für Luxustouristen aufgefallen. Das soll sich jetzt ändern: Mit einem Milliardenprojekt will der Sohn von Muammar Gaddafi umweltbewusste Besucher anlocken – und einmalige Baudenkmäler restaurieren.


Der Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi will sich mit einer Milliarden-Kampagne als Klimaschützer positionieren – und gleichzeitig eine gigantische Tourismus-Offensive starten. In der Grüner-Berg-Region im Nordosten des Landes sollen Öko-Hotels und Bio-Bauernhöfe entstehen und gleichzeitig 70.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, teilte Saif al-Islam Gaddafi mit.

"Es ist an der Zeit, zu zeigen, dass wir in ökologischer und kultureller Hinsicht ein zivilisiertes Land sind", sagte Gaddafi der britischen Zeitung "Times". Ein bisher wenig bebauter Küstenstreifen von 290 Kilometer Länge soll zur libyschen Cote d'Azur werden und in Zukunft öko-bewusste Luxusreisende anlocken. Gleichzeitig sollen jedoch die Bautätigkeiten auf ein ökologisch vertretbares Maß beschränkt werden - in einer "Erklärung von Kyrene" verpflichtete sich Libyen, mehrere Naturschutzgebiete zu errichten und die archäologischen Stätten zu konservieren.

Die Region ist insgesamt 5000 Quadratkilometer groß und liegt zwischen Bengazi und Tobruk, auch die altgriechische Stadt Kyrene ist Teil des nachhaltigen Entwicklungsprojektes. Libyen will 2,2 Milliarden Euro in das Großprojekt investieren, dazu hofft man auf Investoren aus dem Ausland. Derzeit arbeitet das berühmte britische Architekturbüro Norman Foster an Entwürfen für die Bebauung.

sto/dpa



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