Reisegarderobe aus dem 3D-Drucker Mein Kleid - bitte einmal ausdrucken!

Das Gepäck ist weg, der Schreck ist groß. Die Rettung: der 3D-Drucker in der Hotellobby. Aus ihm kommt das Kleid für den Abend und die passenden Schuhe dazu. Ein finnischer Designer macht sich Gedanken um die Reisegarderobe von morgen.

Janne Kyttanen

Es ist vielleicht nicht das Outfit, das man für einen mehrstündigen Stadtspaziergang wählen würde, aber der Sundowner auf der Hotelterrasse oder ein Restaurantbesuch lässt sich in Janne Kyttanens Reisegarderobe wohl stilvoll absolvieren. "Lost Luggage" hat der finnische Designer seine Hightech-Damenkollektion genannt. Dazu gehören ein graues Kleid, elegante Schuhe, eine pinkfarbene kleine Tasche und einige passende Accessoires - produziert mit dem 3D-Drucker. Der zum Beispiel in der Hotellobby steht.

Ein auf dem Flug verloren gegangener oder verspätet eintreffender Koffer, Gepäckgebühren - nichts, was Reisende in Zukunft noch nerven müsste. Würde man überhaupt noch volle Taschen mit sich herumschleppen, wenn man wüsste: Egal, wo man hinreist, die eigenen sieben Sachen sind Daten und lassen sich immer dort ausdrucken, wo man sie gerade braucht?

Mit der Frage, wie der 3D-Druck und die Verdatlichung von Dingen unsere Beziehung zu Gegenständen verändert, beschäftigt sich Kyttanen, der Chefkreative der weltweit größten Firma für 3D-Druck, "3D-Systems", seit er in den neunziger Jahren zum ersten Mal einen 3D-Drucker zu Gesicht bekam.

Natürlich: "Lost Luggage" ist vorerst nur ein ansehnliches Experiment. 3D-Drucker sind enorm teuer, ein Nischenmarkt und stehen auch übermorgen sicher noch nicht in jeder Hotellobby. Aber lustig ist die Vorstellung schon: Man schickt sein Gepäck als Datenladung per E-Mail vor, während man selbst leicht und gut gelaunt hinterherreist und bei Ankunft den Rezeptionisten nur freundlich erinnern muss: Mein Kleid - einmal ausdrucken, bitte!

ele



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
ramuz 16.05.2014
1. Nicht mehr so lustig...
Zitat von sysopJanne KyttanenDas Gepäck ist weg, der Schreck ist groß. Die Rettung: der 3D-Drucker in der Hotellobby. Aus ihm kommt das Kleid für den Abend und die passenden Schuhe dazu. Ein finnischer Designer macht sich Gedanken um die Reisegarderobe von morgen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/mode-aus-dem-3d-drucker-die-reisegarderobe-von-janne-kyttanen-a-969417.html
.. ist dann das Bezahlen der Hotelrechnung für diesen Service. Und das Tragen von Kunstoffklamotten Drüber und Drunter natürlich... den Mief in Hotellobbies mit diesem Feature möchte wohl kaum jemand ertragen!
criticalsitizen 16.05.2014
2. Nun, wunderbar, erst Armut, Betrug, Diebstahl legal, Überwachung und endlich legal wieder ohne Umweltauflagen, danke Ekommerznetz
so innnovativ ist nicht wie Du, heilig und nur gut. Breitband für alle, subventioniert Innovation.
MichiD 16.05.2014
3. Schlagring?
Das mag ja alles Geschmackssache sein. Allerdings was macht der Schlagring da mittendrin? Ist das zum begleichen der Rechnung?
juergw. 16.05.2014
4. Supi !!
Zitat von sysopJanne KyttanenDas Gepäck ist weg, der Schreck ist groß. Die Rettung: der 3D-Drucker in der Hotellobby. Aus ihm kommt das Kleid für den Abend und die passenden Schuhe dazu. Ein finnischer Designer macht sich Gedanken um die Reisegarderobe von morgen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/mode-aus-dem-3d-drucker-die-reisegarderobe-von-janne-kyttanen-a-969417.html
und eine funktionierende Uhr aus dem Drucker.Gibt es das Kleid auch in XXL ?Die Sonnenbrille:bezaubernd schön !
Stefan_G 16.05.2014
5. Zu Bild 1
Die Schuhe sind wohl an einem 3D-Drucker entstanden, die Sonnenbrille und das Kleid wohl eher nicht. Warum? Die Sonnenbrille hat klappbare Bügel. Man kann kein funktionierendes Gelenk drucken, man kann allenfalls die Einzelteile drucken und zusammenbauen. Ein Kleid muss in hohem Maße flexibel verformbar und doch reißfest (frau will es ja anziehen und tragen ohne dass es unerwartet reißt). Das wird von einem Gewebe hervorragend gelöst, ein Elastomer tut sich da schon deutlich schwerer. Die in 3D-Druckern verwendeten Kunststoffe sind dagegen mehrheitlich thermoplastisch d.h. bei Raumtemperatur eher hart.
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