Modernisierung Bahn plant automatische Durchsagen an kleinen Bahnhöfen

Weniger Ansagen am Gleis: Die Deutsche Bahn hat an Tausenden Bahnhöfen die regulären Lautsprecherdurchsagen gestrichen. Als Ersatz soll es bald ein moderneres System mit neuen Anzeigetafeln und Stimmen vom Band geben.


Berlin - Die Deutsche Bahn macht auf vielen kleinen Bahnhöfen inzwischen deutlich weniger Ansagen als früher. Notwendige Informationen - etwa über Verspätungen und Gleisänderungen - solle es aber weiter geben, erklärte die Bahn am Donnerstag in Berlin. Bislang war häufig auch angesagt worden, wenn die Züge planmäßig einfuhren.

Züge am Münchner Hauptbahnhof: Die Bahn plant eine Modernisierung der Fahrgastinformationen
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Züge am Münchner Hauptbahnhof: Die Bahn plant eine Modernisierung der Fahrgastinformationen

Die Bahn beschränkt ihre Durchsagen auf den kleinen und kleinsten Bahnhöfen nach eigenen Angaben schon seit einiger Zeit auf Änderungen gegenüber dem Fahrplan. Dem Konzern zufolge gilt dies bereits jetzt für 4500 der 5700 Bahnhöfe. Betroffen ist etwa ein Fünftel der Reisenden - vor allem im Regionalverkehr. Mit diesen Angaben korrigiert die Bahn einem Bericht der "Bild"-Zeitung, in dem es hieß, erst in Zukunft würden an diesen Bahnhöfen die regulären Durchsagen abgeschafft. Auch SPIEGEL ONLINE hatte dies zunächst gemeldet.

Die bisherigen Ansagen seien nicht immer in gleicher Qualität zu gewährleisten gewesen, da die zuständigen Fahrdienstleiter auch Signale und Schranken bedienen müssten, erläuterte ein Bahn-Sprecher. Dies hätten Aufsichtsbehörden bemängelt, weshalb bereits seit 2005 die Umstellung erfolge. "Wir bestätigen nicht das, was im Fahrplan steht", sagte der Sprecher.

Der Chef der Bahn-Tochter Station und Service AG, André Zeug, bezeichnete am Donnerstag in Berlin Meldungen als "irreführend", wonach die Bahn eine Ausdünnung der Kundeninformation plane. "Bereits 2009 sollen versuchsweise elektronische Anzeigen für stets aktuelle Fahrplaninformationen auch auf kleineren Bahnhöfen sorgen", erklärte er. Ein ähnliches System nutzt die Bahn bereits auf größeren Bahnhöfen für Ansagen über einfahrende Züge, Verspätungen und Änderungen.

Bahnhöfe des Jahres 2008 gekürt

Die Allianz pro Schiene zeichnete unterdessen die Hauptbahnhöfe von Schwerin und Karlsruhe als Bahnhöfe des Jahres 2008 aus. "Karlsruhe und Schwerin sind besonders kundenfreundliche Bahnhöfe, in denen man sich als Reisender oder Besucher ohne Wenn und Aber wohlfühlen kann", erklärte Verbandsgeschäftsführer Dirk Flege am Donnerstag in Berlin.

Insbesondere in Karlsruhe Hauptbahnhof seien die Kundeninformation und die Anbindung an die Stadt so gut organisiert, dass Hektik und Orientierungslosigkeit dort Fremdwörter zu sein schienen, erklärte die Jury. Am Schweriner Hauptbahnhof lobte sie die "hohe Aufenthaltsqualität" der Station und des Vorplatzes.

Das Schienenbündnis vergab die Auszeichnung in den Kategorien "Stadt unter 100.000 Einwohnern" und "Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern" bereits zum fünften Mal. In der Jury sind neben der Allianz pro Schiene auch der Fahrgastverband Pro Bahn, der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Deutsche Bahnkundenverband (DBV) und der ACE Auto Club Europa vertreten.

sto/AFP/dpa



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