Mont-Blanc-Massiv Bergungskräfte orten Leichen des Lawinenunglücks

Zwei Tage nach dem Lawinenunglück am Mont Blanc du Tacul hat die französische Gendarmerie die Leichen der Bergsteiger lokalisiert. Eine Bergung ist jedoch weiterhin unmöglich - weil neue Lawinen drohen.


Paris - Sieben der acht verschütteten Kletterer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten mit Hilfe von Signalen aus ihren Lawinenverschütten-Suchgeräten geortet werden, wie die Tageszeitung "Le Parisien" am Dienstag berichtete. Die Toten lägen unter einer 20 bis 50 Meter dicken Eisschicht und könnten vorerst nicht geborgen werden. Die Gefahr weiterer Lawinen sei zu groß, hieß es weiter. Von einem Hubschrauber aus konnten die Rettungskräfte die Lawinenpiepser lokalisieren.

Unter den acht Bergsteigern, die in der Nacht zum Sonntag bis zu mehr als tausend Meter in die Tiefe gerissen wurden, sind vier Deutsche, drei Schweizer und ein Österreicher. Über die Nationalität der Lawinenopfer hatte bis Montagabend Unklarheit geherrscht: Nach dem Drama war zunächst von fünf Österreichern und drei Schweizern die Rede gewesen.

Nach Angaben der französischen Gendarmerie von Chamonix sollen mindestens zwei Seilschaften mit insgesamt acht Bergsteigern unter den Schnee- und Eismassen verschüttet sein. Die erste Seilschaft soll aus einem Bergführer aus Tirol und vier Deutschen bestehen, darunter eine Frau. Zur zweiten Seilschaft gehörten vermutlich ein 32 Jahre alter Schweizer Bergführer und ein Schweizer Paar im Alter von 28 und 34 Jahren.

Näheres über die Identität der Opfer wollte die Gendarmerie zunächst nicht bekanntgeben. Einige Familienangehörige seien am Montagabend in Chamonix eingetroffen.

Die Lawine ging gegen 3 Uhr nachts in 3600 Meter Höhe auf einer Breite von 50 Metern und einer Länge von etwa 200 Metern ab. Acht weitere Bergsteiger wurden leicht verletzt, darunter fünf Franzosen und drei Italiener. Bei dem Lawinenunglück handelt es sich um das schwerste Drama in Frankreich seit Jahren.

sto/dpa



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