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17. August 2007, 14:25 Uhr

Mont Blanc

Überreste eines Bergsteigers nach 14 Jahren entdeckt

Vor 14 Jahren von der Lawine begraben: Im Aostatal sind die Überreste eines deutschen Bergführers entdeckt worden. Die Bergwacht fand auf dem Mont-Blanc-Massiv außerdem seinen Rucksack und ein Radio.

Aosta - Die Bergwacht hat die Überreste heute entdeckt. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, handele es sich bei dem Toten wahrscheinlich um einen deutschen Bergführer, der 1993 zusammen mit zwei französischen Alpinisten auf dem Gletscher Planpincieux unter einer Lawine begraben worden wurde. Die Leichen wurden nie gefunden. Die jetzt entdeckten Knochenreste, ein Rucksack, ein Seil und ein Radio ließen darauf schließen, dass es sich bei dem Toten um den Deutschen handelt, hieß es. Ein Gerichtsmediziner sollte die Leiche am Nachmittag untersuchen.

Im vergangenen Jahr gab der Toula-Gletscher auf dem Mont-Blanc die Leichen zweier Bergsteiger frei – 17 Jahre nach ihrem Tod. Der 23-jährige Reutlinger und sein englischer Kamerad waren gemeinsam mit zwei anderen Bergsteigern im Februar 1989 zu einer Exkursion aufgebrochen und im Schneesturm verunglückt. Die Leichen der anderen Männer konnten noch im selben Jahr geborgen werden.

Erst Anfang August sind vier Menschen am 4808 Meter hohen Mont Blanc gestorben. Ein polnischer Bergsteiger verunglückte beim Abstieg vom Gipfel. Einen Tag später stürzte eine deutsche Gruppe mit zwei Bergsteigern und einem Bergführer 600 Meter tief ab. Wie die Polizei mitteilte, hatten sie versucht, über eine schwierige schneebedeckte Route auf den Berg aufzusteigen. Italienische Bergsteiger entdeckten später die Leichen auf 3000 Meter Höhe.

abl/dpa/AFP

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