Airport Ramenskoje Moskau eröffnet seinen vierten Flughafen

Er soll die längste Landebahn Europas haben, aber nicht mal zwei Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen: In Russland hat Premier Medwedew den Airport Ramenskoje eröffnet. Es ist Moskaus vierter Flughafen.

REUTERS

Die russische Hauptstadt Moskau hat einen vierten internationalen Flughafen für den Passagierverkehr geöffnet. Premierminister Dmitri Medwedew lobte den Airport Ramenskoje rund 50 Kilometer südöstlich der größten Stadt Europas als wichtige Errungenschaft für Moskau.

Die Fluggesellschaft Air Kyrgyzstan will am 20. Juni den ersten Flug von Ramenskoje aus starten, wie die Agentur Interfax meldete. Pro Jahr rechnen die Betreiber mit 1,9 Millionen Passagieren an dem Flughafen, dessen offizieller Name Schukowski International Airport ist.

Er verfügt über die mit 5,5 Kilometern angeblich längste Landebahn Europas und wurde zuletzt vornehmlich für Militärflüge genutzt. Präsident Wladimir Putin hatte den Umbau der Anlage für den zivilen Luftverkehr 2011 angeregt, um die bestehenden drei Moskauer Flughäfen zu entlasten. Angesichts von Rubelschwäche und Wirtschaftskrise sehen Experten den neuen Airport aber auf unbestimmte Zeit vor großen Schwierigkeiten. Überdies ist Ramenskoje schlecht an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden.

Bisher gibt es in Moskau drei Flughäfen: Scheremetjewo im Nordwesten (rund 31,5 Millionen Passagiere 2014) sowie Wnukowo im Südwesten (12,75 Millionen) und Domodedowo im Südosten (33 Millionen), die auch von deutschen Fluglinien genutzt werden.

jus/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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uffta 31.05.2016
1. Die können aber auch gar nix
Die Sanktionen beginnen also zu wirken: Russland kann sich so ein Milliardengrab wie unseren Flughafen in Schönefeld nicht leisten. Die bauen ihren einfach so mal zu Ende. Aber wäre ja gelacht, wenn wir nichts zum Mäkeln finden, siehe schlechte Anbindung an die Öffentlichen.
aschu0959 31.05.2016
2. Möglicherweise
sollte man mal ein paar unserer Flughafenbauer hin schicken. Kann nur von Vorteil sein wenn sie sich mal zeigen lassen wie man sowas macht.
hoschi_01 31.05.2016
3. ...Wie man sowas macht...
...habe ich in St. Petersburg gesehen: man eröffnet einfach zum Stichtag die Baustelle. Die Fluggäste werden dann durch Gänge aus Baufolien zum Ausgang gelotst. Könnte in Deutschland an der ein oder anderen Vorschrift scheitern. Ärgerlich ist auch, wenn sonst noch nichts fertig ist. Da gibt es keinen Kaffee, keinen Mietwagen oder Blumen. Aber vielleicht haben sie ja bei diesem Airport alles besser gemacht.
steffen.ganzmann 31.05.2016
4. O wie schön ist eine Diktatur!
Zitat von hoschi_01...habe ich in St. Petersburg gesehen: man eröffnet einfach zum Stichtag die Baustelle. Die Fluggäste werden dann durch Gänge aus Baufolien zum Ausgang gelotst. Könnte in Deutschland an der ein oder anderen Vorschrift scheitern. Ärgerlich ist auch, wenn sonst noch nichts fertig ist. Da gibt es keinen Kaffee, keinen Mietwagen oder Blumen. Aber vielleicht haben sie ja bei diesem Airport alles besser gemacht.
Gell, praktisch, wenn man etwas par ordre de mufti für eröffnet erklären kann. Spart nämlich massig Geld! Aber eigentlich wollte ich ja nur die Kommentare über den im Bau befindlichen Berliner Flughafen lesen. Wir könnten Berlin gleich vier davon abtreten: Bitburg, Zweibrücken, Saarbrücken - und den Hahn brauchen wir auch nicht wirklich ... Deal?
hdudeck 31.05.2016
5. So etwas hat natuerlich Vor und Nachteile.
Da die Flughaefen ueber das Stattgebiet verteilt sind, hat man kuerzere Anfahrzeiten. Der Fluglaerm wird "gerecht" verteilt. Kleinere Einheiten sind besser zu kontrollieren. Bei Unfaellen (Schliessung) hat man Ausweichflughaefen gleich um die Ecke. Es macht allerdings das Navigieren und die Kontrolle der Flugbewegungen schwieriger. Scaleneffecte hat man keine. Ach ja, wenn man in Deutschland ein wenig flexibler mit Vorschriften waere, haette BER schon laengst den Betrieb aufnehmen koennen. Hier wird doch durch die zustaendigen Behoerden alles ausgebremst. Improvisation gibt es nicht, muss alles da sein wie im Bauauftrag beschrieben, jede Aenderung / Ausbesserung mus das Genehmigungsverfahren durchlaufen. Bloss nichts falsch machen. Erst wenn man selbst einmal im Ausland lebt und sieht, wie erfrischend "einfach" die Behoerden dort Sachen regeln (ohne unbedingt die Sicherheit zu vernachlaessigen) kann das beurteilen. Was ist bitte falsch, ueber Baufolie zu gehen, wie es ein Forist beschrieb. Muss alles immer perfect sein?
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