Segeljachten und Motorboote des Jahres Zum Buchtenbummeln und Vorzeigen

Bequemer, schneller und unbescheidener: Das sind die Trends bei Jachten und Motorbooten. Zum Auftakt der Wassersportmesse "Boot" in Düsseldorf wurden die Topneuheiten prämiert. Hier ist die famose Flotte.

Rick Tomlinson/ Magazin Yacht

Von Jürgen Pander


Mehr als 450 Gäste, 43 nominierte Segeljachten und Motorboote und zehn Gewinner - zum Start der Wassersportmesse "Boot" in Düsseldorf (bis 27. Januar) wurden auf der "Flagship Night" die besten Schiffsneuheiten für die kommende Saison gekürt.

Je fünf Preisträger wurden - in unterschiedlichen Klassen - als "European Yacht of the Year 2019" und als "European Powerboat of the Year 2019" ausgezeichnet. Und so unterschiedlich die einzelnen Fabrikate auch sind: Es eint sie der generelle Branchentrend zu immer mehr Komfort, Platzangebot und Bequemlichkeit.

Alle fünf Segeljachten und fünf Motorboote, die Trophäen in Düsseldorf erhalten haben, sehen Sie hier:

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12  Bilder
Jachten und Boote des Jahres 2019: Leinen los!

Zeigen, was man hat - das ist offenkundig ein zentrales Anliegen der Käufer von Segeljachten und Motorbooten. Und das schlägt sich beispielsweise nieder im Trend nach immer längeren Segeljachten. Der wird von den Werften gern befeuert, denn "je größer die Boote werden, desto mehr Extras ordern die Kunden", sagt Jochen Rieker, Jurymitglied für die Jachten des Jahres und Chefredakteur der Fachzeitschrift "Yacht".

Und logisch: Je öfter die Kunden Flachbildfernseher, Weinkühlschränke, Sitzgruppen, Wasch- und Spülmaschinen oder die Outdoor-Pantry inklusive Grill, Waschbecken und Kühlschrank an Deck bestellen, desto höher ist der Umsatz.

Außenborder im Blickpunkt

Bei den Motorbooten wiederum feiert der Außenborder eine Renaissance. Auch dabei spielt es eine Rolle, dass ein gut sichtbar am Heck angebrachter Motor sogleich signalisiert, um welches Kaliber Boot (und welchen Eigner) es sich handelt. Ein Beispiel ist die prämierte Weekender 9 der schwedischen Werft Nimbus, deren 350-PS-Motor am Heck des 9,35 Meter langen Bootes die Blicke auf sich zieht. Der Benziner beschleunigt das Familienboot auf eine Geschwindigkeit von bis zu 44 Knoten (gut 80 km/h).

"Vor gar nicht allzu langer Zeit noch galt ein Tempo von 30 Knoten, also etwa 55 km/h, für Freizeitboote als eine Art Schallmauer auf dem Wasser", sagt Torsten Moench, Chefredakteur des Fachmagazins "Boote" und Jurymitglied bei den jetzt vergebenen Auszeichnungen. "Inzwischen erreichen moderne Motorboote oft schon 40 Knoten oder noch mehr." Das seien Geschwindigkeitsbereiche, bei denen man als Kapitän am Steuerrad "schon wissen muss, was man tut", sagt Moench.

Neue Motorboote sollen möglichst alles können

Neben der Schnelligkeit wird auch Vielseitigkeit ein immer wichtigeres Erfolgskriterium. Erkennbar ist das am Gewinnerboot in der Klasse bis 45 Fuß (13,70 Meter): der Cranchi T36 Crossover. Der Trawler-Rumpf bietet viel Platz, ebenso das voluminöse Deckshaus; dazu lässt sich das Schiff einfach manövrieren - und es ist schnell. Die beiden 300-PS-Dieselmotoren beschleunigen die kleine Villa auf dem Wasser auf 40 Knoten (knapp 75 km/h).

Was sich Staatschefs und Könige leisten, sehen Sie in dieser Fotostrecke:

Bei den Segeljachten wiederum sind, neben dem stetigen Größenwachstum, zwei weitere Trends erkennbar: zum einen, dass der Boom der Fahrtenkatamarane weiter anhält, weshalb beispielsweise in diesem Jahr der Weltmarktführer Beneteau mit der so genannten Excess-Serie eine komplett neue Katamaranbaureihe startet.

Und zum zweiten werden zunehmend Sportsegelboote für den Ein- oder Zweihandbetrieb nachgefragt. Parallel zu diesem Segment der Segeljachten wächst die Regattaszene, denn die ebenso schnellen wie stabilen Segler sollen ja artgerecht bewegt werden.



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tomymind 20.01.2019
1.
"den Motorbooten wiederum feiert der Außenborder eine Renaissance. Auch dabei spielt es eine Rolle, dass ein gut sichtbar am Heck angebrachter Motor sogleich signalisiert, um welches Kaliber Boot (und welchen Eigner) es sich handelt. Ein Beispiel ist die prämierte "Weekender 9" der schwedischen Werft Nimbus, deren 350-PS-Motor am Heck des 9,35 Meter langen Bootes die Blicke auf sich zieht. " Wirklich SPON? Kann es daran liegen, dass aussenborder Leistungsfähiger geworden sind, leichter, günstiger, geringeren Verbrauch, modernere Technik und weniger Tiefgang haben? Übrigens hat Searay vor ca 3 Jahren die erste Yacht mit aussenborder vorgestellt.
RalfBukowski 20.01.2019
2. Holländisch?
"...Sunbeam 46.1. Das Schiff aus holländischer Produktion..." Meines Wissens ist Sunbeam eine österreichische Werft und produziert auch dort.
Hamberliner 20.01.2019
3. Mitleid
Diese Segler können einem leid tun. Während man selber an Land mit seinem Fahrzeug (z.B. Motorrad) die entlegensten, spannendsten, faszinierendsten Ecken Europas und jenseits davon erkundet und nach und nach fast alle Länder Europas kennnenlernt, jeden Abend unter anderen Menschen, in einer anderen Kultur, geben Segler für ihr Boot (sie nennen es Schiff) Geld in Höhe der Hotelkosten für dreißig Jahresurlaube aus, und wenn sie aus dem Urlaub zurück sind tönen sie: Hey, Leute, donnerwetter, stellt euch mal vor: ich bin diesmal sogar bis nach Bornholm gekommen!
thomas_rettenmund 20.01.2019
4. Seegängige Yachte... da kratze ich mich nur am
ja, ich sage es nicht klar wo. Aber wenn man die Inneneinrichtungen kritisch betrachtet findet man hier KEINE echte, seegängige Yacht. In der Kombüse würde man quer durchs Schiff geschleudert, sollte mal etwas mehr als Kaffeesegeln drin sein. Keine Halteleisten an der Decke, Cockpits mit einer Breite, dass es einen fürchtet. Hebelkräfte werden beim Desing natürlich nicht berücksichtigt. Haupsache es ist stilistisch topmodern und das Design stimmt. In so einem Plastikbecher, bei schwerem Wetter 2-3 Tage abzusegeln möchte ich nie in meinem Leben. - Ob das die Jury schon mal musste?
berndasbrot 21.01.2019
5. Wo sind sie denn jetzt im Forum hier....
.....die Weltverbesserer? Wo bleibt der Ruf nach Tempolimits und Fahrverboten? Immer nur auf das Auto einhacken, ich wüsste schon gerne mal warum das Auto heutzutage publich enemy #1 ist, obwohl es uns allen Mobilität und Wohlstand sichert? Gegen Motoryachten, Flugreisen, Kreuzfahrten wird nie gehetzt. Oder gegen überheizte Wohnungen. Immer nur aufs Auto.
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