Nepal Schmelzender Schnee legt Leichen am Mount Everest frei

Wer den Mount Everest besteigt, klettert vorbei an Dutzenden Leichen. Kurz vor Beginn der Saison gibt der tauende Schnee manche der Körper frei. Tourenveranstalter wollen sie bergen.

Basislager am Everest Base Camp
AFP

Basislager am Everest Base Camp


Tausende Menschen haben versucht, den höchsten Berg der Welt zu besteigen - und Tausende scheiterten. Etwa 300 Menschen starben allerdings auch an den Hängen des Mount Everest auf der Grenze zwischen China und Nepal. Die Bergung der Leichen und ihre Rückführung gelang bisher meist nicht - Schätzungen zufolge sollen noch etwa 200 Körper verunglückter Bergsteiger in der Region unter dem Schnee begraben liegen.

Kurz vor Saisonbeginn am Mount Everest gibt der tauende Schnee nun manche der Leichen frei. Nepalesische Tourenveranstalter fordern daher staatliche Unterstützung, um die Körper zu bergen. "Wir können bei der Bergung helfen, brauchen dafür aber eine Genehmigung der Regierung", sagte Damber Parajuli, Vorsitzender des Verbandes für Reiseveranstalter in Nepal.

Nordroute auf den Everest in China
Dave Watson/ AP

Nordroute auf den Everest in China

Der Everest-Gipfel ist von China im Norden und von Nepal aus zu erklimmen, wobei die Südroute über die nepalesischen Seite als die einfachere gilt und der Andrang daher größer ist. China plant, die Lizenzen für die Begehung der Nordroute zu beschränken: Künftig solle dies nur im Frühjahr möglich sein, und weniger als 300 und damit ein Drittel weniger Bergsteiger dürfen auf den Gipfel.

In dieser Zeit solle der Berg in einer größeren Aktion gesäubert werden - was auch die Bergung von Leichen beinhaltet. Nepal erwartet, dass in diesem Jahr deswegen mehr Bergsteiger als sonst eine Besteigungserlaubnis über die nepalesische Seite beantragen.

Während der Hauptsaison zwischen April und Mai versuchen Hunderte Bergsteiger alljährlich , den 8848 Meter hohen Berg oder andere Gipfel des Himalayas zu erklimmen. Im vergangenen Frühjahr gelang dies laut dem Everest-Experten Alan Arnett etwa 800 Menschen, vier Bergsteiger starben, darunter zwei Sherpas.

abl/dpa/Reuters



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