Nach Rekordgewinn Fahrgastverband wirft Bahn kundenfeindliche Strategie vor

"Pro Bahn" hat die Firmenpolitik der Deutsche Bahn AG kritisiert. Der Fahrgastverband wirft dem Verkehrsunternehmen vor, den wirtschaftlichen Erfolg mit "erheblichen Nachteilen" für die Fahrgäste realisiert zu haben – etwa mit starken Ersparnissen an der falschen Stelle.


Halle - Die Bahn habe ihren Rekordgewinn auf Kosten der Kunden erwirtschaftet, sagte Hartmut Buyken, Vorstandsmitglied des Verbandes "Pro Bahn", heute im MDR. Das Unternehmen habe überall gespart, um an die Börse gehen zu können. "Der Service ist reduziert worden, die Reisezentren sind reduziert worden", klagte Buyken. In vielen Fällen gebe es "erhebliche Nachteile für den Fahrgast". Zudem sei ein Großteil des Gewinns in Bereichen erzielt worden, die gar nichts mit dem Kerngeschäft der Bahn zu tun hätten. Heute hatte die Deutsche Bahn auf ihrer Bilanzpressekonferenz verkündet, einen historischen Rekordgewinn verbucht zu haben.

Buyken kritisierte auch eine starke Vernachlässigung des Schienen-Netzes. Bei einem Börsengang müsse der Bund klare Zuständigkeiten für das Netz festlegen. "Der Bund darf nicht nur formal der Eigentümer des Netzes sein", so Buyken, "sondern er muss einen großen Einfluss darauf haben, dass das Netz in einen guten Zustand gehalten wird. Und er muss dafür sorgen, dass richtig Konkurrenz auf die Schiene kommt, denn das ist gut fürs Geschäft und für die Fahrgäste."

In einer neuen Studie hatte auch die Stiftung Warentest die Bahn kritisiert - die Beratung beim Ticketverkauf sei gerade einmal "ausreichend", ergab ein bundesweiter Test.

sto/AFP



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