Zu alt, zu jung, zu unfit Nepal will Altersgrenze für Everest-Bergsteiger einführen

Wer die Genehmigung für eine Everest-Besteigung erhalten will, muss eventuell bald bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nepal wurde oft kritisiert, jedermann auf den höchsten Berg der Welt zu lassen. Jetzt erwägt das Land Altersbeschränkungen.

Mount Everest: Nepal erwägt Alters- und Fitnessgrenze für Bergsteiger
Corbis

Mount Everest: Nepal erwägt Alters- und Fitnessgrenze für Bergsteiger


Nepal will das Klettern am Mount Everest sicherer machen. "Der Berg soll kein Ort zum Sterben sein, sondern für Abenteuer", sagte Mohan Sapkota, Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums.

Das Himalaya-Land erwägt, keine Permits mehr für Bergsteiger unter 18 und über 75 Jahre auszustellen und auch keine für Menschen mit Behinderungen. Auch müssten die Aspiranten Erfahrungen an mittelhohen Gipfeln gesammelt haben. Die Überlegungen seien noch in einem sehr frühen Stadium, sagte Sapkota. Mit der Bergsteiger-Organisation des Landes seien sie noch nicht diskutiert worden, sagte deren Vorsitzender Ang Tshering Sherpa.

Die Genehmigungen für Everest-Expeditionen bringen Nepal Einkünfte in Höhe von Millionen Dollar im Jahr. Zugleich geriet die Regierung nach einer Serie von Unglücken am höchsten Berg der Welt in die Kritik, sie verteile zu viele Permits. Bisher klettern von der nepalesischen Seite jedes Jahr Hunderte Menschen aus aller Welt und mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf den Everest-Gipfel - und bringen zuweilen mit ihrer Unerfahrenheit sich und die Sherpas in Gefahr.

Bisher gibt Nepal keine Genehmigungen für Jugendliche unter 16 Jahre aus, eine Altersbeschränkung nach oben gab es bisher noch nicht. Als ältester Bergsteiger, der den Gipfel erreichte, gilt ein 80-jähriger Japaner, als jüngster der 13-jährige US-Amerikaner Jordan Romero. Der Junge nahm 2010 die Route von der chinesischen Seite. Danach führte auch China eine Beschränkung auf Kletterer zwischen 18 und 60 Jahren ein.

In der vergangenen Woche hat der Japaner, der als Erster nach den schweren Erdbeben in diesem Jahr den Everest-Gipfel erklimmen wollte, einen Versuch aufgegeben. "Es hat zu lange gedauert, sich in tiefem Schnee zu bewegen", schrieb Nobukazu Kuriki auf seiner Facebook-Seite. Am Dienstag verkündete der 33-Jährige aus dem Everest-Basislager: "Nach ein paar Tagen Ruhe werde ich noch einmal Richtung Gipfel aufbrechen."

abl/AP



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