Neue Bahnpreise Großteil der Kunden benachteiligt

Vor allem mit Frühbucherrabatten will die Bahn Kunden auf die Schiene locken. Doch die Preisnachlässe gelten erst ab einer Strecke von 150 Kilometern. Der überwiegende Großteil der Reisenden fährt jedoch im Nahverkehr.


Bahnfahren wird auf kurzen Strecken teurer
AP

Bahnfahren wird auf kurzen Strecken teurer

Nur jeder Zehnte werde von der Tarifreform profitieren, erklärte Jochen Kemnitz vom Fahrgastverband Pro Bahn gegenüber SPIEGEL ONLINE. Denn nur so viele Fahrgäste zähle die Bahn im Fernverkehr. Die geplanten Rabatte zielen also am Großteil der Kunden vorbei.

Drei Rabattgruppen will die Bahn auf ihre Grundpreise einräumen: Wer 14 Tage vor Fahrtantritt bucht, bekommt bis zu 60 Prozent Preisnachlass. Sieben Tage bringen noch 40 Prozent, drei Tage 25 Prozent und die Buchung am Tag vor Reiseantritt bringt zehn Prozent Ersparnis.

Für Fernreisende mit Bahncard kann dieses Modell Vorteile bringen, erläuterte Kemnitz. Denn zu dem Frühbucherrabatt von bis zu 60 Prozent komme dann noch 25 Prozent Preisnachlass durch die neue Bahncard.

Die Bahncard für die zweite Klasse wird künftig weniger als 120 Mark kosten, bisher sind es 270 Mark. Die Bahncard erster Klasse wird für knapp 300 Mark statt bisher 540 Mark zu haben sein. Dafür erhalten die Inhaber der Plastikkarte aber nur noch 25 statt 50 Prozent Preisnachlass auf die Fahrscheine. Anders als früher können sie aber an Sonderangeboten des Unternehmens teilhaben - aber erst ab einer Fahrtstrecke von 150 Kilometern.

Joachim Kemnitz plädiert deshalb für die Einführung einer "Bahncard Gold". Auf diese sollte, wie bei der bisherigen Bahncard, 50 Prozent Rabatt auf allen Strecken eingeräumt werden.



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