Neuer Rückruf Bahn muss weitere Neigetechnik-Züge stilllegen

Fahrplan-Chaos herrschte letzte Woche, als die Bahn die Neigetechnik-Züge VT 612 wegen drohendem Achsbruch außer Betrieb setzen musste. Jetzt fordert die Aufsichtsbehörde, auch 50 Züge der Vorgänger-Baureihe zu überprüfen.


Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe VT 612: Achsanrisse in in einem Zug entdeckt
DPA

Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe VT 612: Achsanrisse in in einem Zug entdeckt

München - Das Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde ordnete an, dass die Deutsche Bahn 50 Züge der Baureihe VT 611 außer Betrieb nehmen muss, berichtet die Münchner "tz" in ihrer Donnerstagausgabe. Auch hier bestehe der Verdacht, dass in den Radsatzwellen Haarrisse auftreten könnten. Alle Radsätze müssten nun mit Ultraschall geprüft werden.

Als Ersatz setze die Bahn lokbespannte Züge ein. Schwerpunkt sei Baden-Württemberg, wo die meisten Triebwagen der Baureihe VT 611 eingesetzt seien. In Bayern sei zum Beispiel die Strecke Lindau-Basel betroffen.

Vor einer Woche holte die Bahn nach der Entdeckung eines Anrisses in der Achse eines VT-612-Neigetechnikzugs vorsorglich die Fahrzeuge derselben Baureihe zur Überprüfung in die Werkstätten. Von den insgesamt 192 Dieseltriebzügen wurden nur 25 kürzlich geprüfte Fahrzeuge eingesetzt.

In Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz kommt es seitdem zu Unpünktlichkeiten und Zugausfällen, vor allem auf den Regionalstrecken. Anfang nächster Woche soll die Überprüfung der VT-612-Züge weitgehend abgeschlossen sein.

Aber auch dann wird die Bahn noch mehrere Wochen lang fast völlig auf die Neigetechnik bei ihren Regionalzüge verzichten müssen. Sie bleibe auf Anweisung des Eisenbahnbundesamtes bei allen 242 Zügen der Baureihen VT 611 und VT 612 abgeschaltet, teilte eine Bahnsprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Damit sind die Fahrzeuge deutlich langsamer unterwegs. Nur für einige ältere Regionalzüge sowie 44 ICE-Züge, die ebenfalls mit Neigetechnik fahren, gilt die Einschränkung nicht.



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