New Orleans Unentwegte feiern Schwulen-Parade

Im Baströckchen und Badeanzug tanzend durch die ausgestorbenen Straßen von New Orleans: Einige Unentwegte haben in der zerstörten Metropole die jährliche Schwulen-Parade gefeiert. Mit dem makaberen Umzug wollten die Organisatoren die Stadt "ein bisschen aufmuntern".


Schwulen-Parade in New Orleans: Bis zu 30 Menschen zogen durch die Straßen des französischen Viertels
AP

Schwulen-Parade in New Orleans: Bis zu 30 Menschen zogen durch die Straßen des französischen Viertels

New Orleans - Eine Gruppe von sieben Freunden, die seit dem Hurrikan "Katrina" in einer kleinen Wohnung ausgeharrt hatten, hatte die Parade am Sonntag gestartet. Etwa 20 bis 30 Menschen zogen verkleidet durch die trockenen Straßen des Amüsierviertels French Quarter. Die 21-jährige Candice Jamieson, die in einem Spitzenrock mit roten Punkten und einem lilafarbenen Sonnenschirm durch die Straßen tanzte, sagte: "Wir versuchen, die Leute ein bisschen aufzumuntern."

Einige Männer liefen in Baströckchen durch die Stadt und tranken Cocktails aus Plastik-Wasserflaschen. Vom einzigen bevölkerten Balkon in der Royal Street warfen Zuschauer, wie bei der Schwulen-Parade üblich, Plastikketten auf die Teilnehmer. Normalerweise ist das Festival "Southern Decadence" ein mehrtägiges Fest mit Tausenden Besuchern.

Die Teilnehmer des improvisierten Umzugs wehrten sich gegen den Vorwurf, eine solche Feier sei geschmacklos. Michael Skidmore sagte, New Orleans brauche bei all der Verwüstung dringend ein bisschen Freude. "In New Orleans feiern wir den Tod. Wenn jemand stirbt, gehen die Leute auf die Straße und singen", sagte Diana "Stray Dog". "Zwischen all den Tränen und dem Kummer haben wir ein großes Herz, und das wird nicht sterben."



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