New York Ausgebüxte Kobra twittert über Flucht

Im Bronx-Zoo ist eine Kobra entfleucht - und ganz New York hat seinen Spaß daran. Denn ein Unbekannter lässt die Schlange auf Twitter sehr witzig zu Wort kommen: Das ausgebüxte Reptil posierte mit Artgenossen im Naturkundemuseum und war bei einer Sssssex-and-the-City-Tour dabei.
Kobras: Ein kleineres der giftigen Exemplare ist im Bronx-Zoo in New York entflohen

Kobras: Ein kleineres der giftigen Exemplare ist im Bronx-Zoo in New York entflohen

Foto: A2800 epa Sanjeev Gupta/ dpa

New York - Eine aus dem Bronx-Zoo entflohene Kobra beschäftigt derzeit die New Yorker. Das sind nicht nur die Mitarbeiter des Zoos, die weiter nach dem Tier suchen, sondern auch zahlreiche Twitter-Nutzer. Immer mehr Fans folgen dem Twitter-Account "BronxZoosCobra". Unter diesem Namen berichtet irgendjemand augenzwinkernd über die Flucht der Kobra. Am Mittwoch hat er schon mehr als 75.000 Follower - und damit mehr als der Bronx-Zoo selbst, der nur auf rund 6000 kommt.

"Ich bin oben auf dem Empire State Building!", postet BronxZoosCobra. "Alle Menschen da unten sehen aus wie kleine Mäuse. Leckere kleine Mäuse." Ein anderer Eintrag der Twitter-Kobra nimmt die Angst der New Yorker vor dem Ausreißer auf die Schippe: "Es wird ganz schön kalt draußen. Ich denke, es ist wohl an der Zeit sich zu verkriechen. Schau mal, da ist ein Zimmerfenster, das jemand einen Spalt offengelassen hat. Perfekt!"

Die Schlange auf der Flucht lässt sich auch die Sightseeing-Highlights der Stadt nicht entgehen: "Sehr still gehalten in der Schlangen-Ausstellung im Naturkundemuseum" und "Die 'Sex and the City'-Tour gemacht. Ich liebe SSSSSSamantha!". Und ab und zu klärt sie Fragen: "Ich spreche 'Parseltongue', aber mit einem schweren Bronx-Akzent" und "Wie ich ohne Finger und Computerzugang twittern kann? Schon mal von iPhone gehört?".

"Riesige Resonanz bei Säugetieren"

Mitarbeiter des Reptilienhauses des Bronx-Zoos suchten bislang vergebens nach der ausgebüxten Kobra. Nach Angaben des Zoos wird vermutet, dass sich die Schlange irgendwo im Reptilienhaus versteckt. Die Schlange aufzufinden wird aber nicht ganz einfach sein. "Die Schwierigkeit ist, dass sich die einen halben Meter lange, bleistiftdünne und weniger als ein Kilo schwere Schlange ein gutes Versteck im Reptilienhaus gesucht hat", sagte ein Zoosprecher.

Der Nutzer des Twitter-Accounts BronxZoosCobra weigerte sich, seine oder ihre Identität preiszugeben. Auf eine Frage der Nachrichtenagentur AP nach der Beliebtheit der Twitter-Einträge antwortet BronxZoosCobra: "Ich wusste, es würde bei reptilischen Twitterern auf große Beliebtheit stoßen und auch bei Amphibien ganz gut ankommen. Aber erstaunt war ich über die riesige Resonanz bei den Säugetieren." Eine Autorin aus Denver, Kris Stoever, sagte, sie finde die Kobra-Tweets sehr geistreich. "Es ist eine Schlange auf der Flucht. Das hat das Zeug zu einer Comedy-Legende."

Die Twitter-Schlange folgt selbst nur dem Twitter-Account des Bronx-Zoos. In einer Nachricht vom Montag twitterte der Zoo, er könne das Interesse an der Story nachvollziehen. "Im Augenblick ist es das Spiel der Schlange." Nach Angaben des Zoos kann es noch Wochen dauern, bis die Schlange aus ihrem Versteck kommt.

Zum Aufwärmen in die Sauna

Die Twitter-Einträge der Kobra sind witzig gemeint, aber eine echte Begegnung mit der Schlange wäre gar nicht so komisch. Der Wildtierexperte Jeff Corwin sagt, die Schlange sei zwar klein, "aber auch sehr giftig" und "sollte nicht unterschätzt werden". Es sei unwahrscheinlich, dass die Kobra, die an subtropisches Klima gewöhnt ist, lange bei den kalten Außentemperaturen überleben werde.

Auf die Frage, wie es der Schlange bei der Kälte gehe, antwortete der Nutzer des Twitter-Accounts: "Das Verstecken in Schals von Passanten hat bisher sehr gut funktioniert. Aber ich überlege, in eine Sauna zu gehen, um mich ein bisschen aufzuwärmen."

Die New Yorker sollten sich keine großen Sorgen machen, sagt Corwin. "Die Wahrheit ist, die Menschen können ganz entspannt auf der Toilette sitzen. Es wird keine Baby-Kobra auf einen Happen vorbeikommen."

Cristian Salazar, dapd
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