New York Bettwanzenplage schreckt Touristen ab

Die zähen Blutsauger können Besuchern den ganzen Städtetrip vermiesen: In New York sorgen Berichte über Bettwanzen für Verunsicherung bei Touristen. Schon fürchtet die Fremdenverkehrsindustrie um den Ruf der Großstadt.

REUTERS

New York - Längst befallen die Parasiten nicht nur die Betten, sie erobern nach und nach die Wahrzeichen des "Big Apple". Die gefürchteten Bettwanzen wurden schon im Empire State Building gesichtet, auch das Kaufhaus Bloomingdale's und das Lincoln-Kulturzentrum blieben nicht verschont. Nun macht sich auch unter Touristen die Angst breit. Wegen der Plage sollen schon erste Reisen in die Stadt storniert worden sein. Die Stadtverwaltung sorgt sich um das Ansehen und die Tourismusbranche. Im Fremdenverkehr werden in New York pro Jahr rund 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) umgesetzt.

Zwar geht es in den Berichten von entdeckten Bettwanzen häufig gar nicht um einen schweren Befall. So wurde bei Bloomingdale's gerade mal eine Bettwanze gefunden und im Empire State Building gibt es die Insekten nur im Keller. Vertreter der Tourismusbranche äußerten sich gegenüber Beamten dennoch besorgt über den Ruf der Stadt. Öffentlich dementieren sie Stornierungen aus Angst vor Bettwanzen jedoch.

Patty Majerik aus Baltimore denkt bereits darüber nach, ihre Reise nach New York abzusagen. Wie jedes Jahr wollte sie im kommenden Monat gemeinsam mit ihren sieben und zehn Jahre alten Kindern einige Tage in Manhattan verbringen, um einzukaufen, eine Broadway-Show anzuschauen und ein Weihnachtskonzert zu besuchen. "Wir fahren mit dem Zug und in Taxis, gehen in Geschäfte und Theater - sie können überall sein. Ich bezweifele, dass wir in diesem Jahr kommen", sagte Majerik.

Die Insekten sind schwer zu bekämpfen

Nach einem Konzertbesuch vergangenes Wochenende wollte Susannah Johnston mit ihrem Ehemann eine Nacht in Manhattan verbringen, aber die Angst vor Bettwanzen hielt das Paar von einer Übernachtung ab. "Wir haben nach Hotels gesucht und Bewertungen gelesen", sagte Johnston. "Aus jedem Hotel gab es Horror-Geschichten über Bettwanzen."

Der Eindruck täuscht nicht: Auf der Internetseite TripAdvisor sind von Januar bis August 2010 zwölf Prozent mehr Einträge über Bettwanzen in New York geschrieben worden als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor. Auch viele Einwohner der Millionenstadt sind besorgt über die Insektenplage, seit sich die Berichte über die Parasiten in Bürogebäuden und Schulen häufen.

Die blutsaugenden Insekten werden in den USA in den vergangenen Jahren immer häufiger gesichtet. Warum sich die Tiere plötzlich so stark ausbreiten, ist unklar. Experten glauben, dass die Zunahme des internationalen Reiseverkehrs sowie das Verbot bestimmter Pestizide für den Anstieg verantwortlich sein könnten. Zudem sind Bettwanzen schwer zu bekämpfen: Sie verstecken sich an unterschiedlichen Orten und können bis zu ein Jahr ohne Nahrung überleben.

Sara Kugler Frazier, dapd



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