Weltkulturerbe-Fjorde Norwegen führt Abgasgrenzen für Kreuzfahrtschiffe ein

Für Kreuzfahrtschiffe gelten in Norwegen künftig strengere Regeln: In Unesco-geschützte Fjorde wie den Geirangerfjord dürfen künftig keine Abwasser mehr geleitet werden, zudem gibt es neue Grenzwerte für Emissionen.

Geirangerfjord
imago/ CHROMORANGE

Geirangerfjord


In Norwegen gelten seit Freitag neue Umweltregeln für Kreuzfahrtschiffe, die einige norwegische Fjorde ansteuern. Umweltminister Ola Elvestuen teilte mit, dass in den Fjorden mit Weltkulturerbestatus keine Abwasser (Kloake) mehr eingeleitet werden dürfen.

Außerdem sollen in mehreren Schritten die zulässigen Abgasgrenzen gesenkt werden. Das gelte für den Ausstoß von Schwefeldioxiden, Stickstoffoxiden (NOx) und für das Verbrennen von Abfall an Bord. Um den Schwefel-Grenzwert einzuhalten, dürfen die Schiffe Treibstoff mit höchstens zu 0,1 Prozent Schwefel verwenden, also Marinediesel statt bisher Schweröl. Dies ist seit einigen Jahren bereits Vorschrift zum Beispiel in der Nord- und Ostsee. Oder sie müssen über geschlossene Abgaswaschanlagen oder ein Hybrid-Abgassystem mit geschlossenem Modus verfügen.

Die strengeren Regeln gehen auf eine Untersuchung des Seefahrtamtes zurück. Eine Analyse der vergangenen Jahre hat demnach gezeigt, dass die Kreuzfahrtschiffe besonders in der Sommersaison für hohe Emissionen in den Fjorden verantwortlich sind.

"Die neuen Regeln sind ein wichtiger Beitrag für eine umweltfreundliche Schifffahrt", sagte Elvestuen. "Dadurch werden die Emissionen des zunehmenden Kreuzfahrtverkehrs in den Fjorden des Weltkulturerbes in der Luft und im Wasser reduziert." Das norwegische Parlament hatte beschlossen, dass der Verkehr in den Fjorden des Weltkulturerbes bis 2026 emissionsfrei sein soll. Die norwegische Kreuzfahrtreederei Hurtigruten ist daher zurzeit dabei, seine Schiffe dementsprechend umzurüsten.

Unter Weltkulturerbe-Schutz stehen Nærøyfjord, Aurlandsfjord, Geirangerfjord, Sunnylvsfjord und Tafjord. Das Seefahrtsamt soll nun untersuchen, ob die Regeln auch für andere Fjorde gelten sollen.

Vor Kurzem hat die norwegische Hafenstadt Bergen den Beschluss gefasst, die Zahl der Kreuzfahrtschiffe weiter zu begrenzen: Bisher konnten täglich vier Schiffe mit insgesamt 9000 Passagieren anlegen. Künftig werden nur noch drei Schiffe mit insgesamt 8000 Gästen erlaubt sein. Die neue Regel werde bereits im Sommer 2019 gelten.

abl/dpa



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weirich.bernd 01.03.2019
1. Sehr gut!!!
Die haben es verstanden.
ich2010 01.03.2019
2.
warum müssen diese Riesendampfer überhaupt in Naturschutzgebiete einfahren?? Es gibt doch sicherlich auch verträglichere Lösungen. Für ein paar Tage an einem Hafen festmachen, dann kann jeder im Rahmen eines Landganges auch mal Fjorde gucken gehen. Oder man nimmt Rurderboote - so als ausgleichendes Sportprogramm ;-)
Hamberliner 03.03.2019
3. nix genaues
Der Artikel enthält zu wenig Information. Umweltschonende Fortschritte sind doch in der Kreuzfahrtbranche sowieso schon im vollen Gange und lassen stationäre Bettenburgen an Land weit hinter sich. Rechtliche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit sie sich durchsetzen und rechnen. Man kann mit Gesetzen die Entwicklung unterstützen oder abwürgen, je nachdem. Wenn Schiffe ohne Abwasseraufbereitung, mit Schwerölantrieb ohne Scrubber draußen bleiben müssen und welche, deren aufbereitetes Abwasser beinahe Trinkwasserqualität hat und die mit LNG fahren, willkommen sind, dann stimmt's so. Auch die Müllaufbereitung im Vergleich zur historischen Foulbrass hat Gelegenheit, sich von Hotelanlagen in der Dritten Welt abzuheben. Ein Kreuzfahrtsachiff im Fjord ist auch für Unbeteiligte ein optischer Genuss: man genießt seine Panoramapause oben neben einer schwindelerregenden Gebirgsstraße, und man genießt das Mitleid mit, die Schadenfreude über die armen Würstchen da unten, die in ihrem schwimmenden Stahlgefängnis eingesperrt sind.
horst hamburg 05.05.2019
4. Nur noch saubere Kreuzfahrer in die Fjorde
Zitat von weirich.berndDie haben es verstanden.
Und was ist mit den Hurtigruhtenschiffen? Sind die sauberer? Diese Regelung täte auch den Kreuzfahrern in Hamburg gut. Leider geht der Kommerz noch vor einer sauberen Umwelt. Auch die Flut an Kreuzfahrern in z.B. Venedig oder Sarajewo täten das gut.
iimzip 05.05.2019
5. Artikel gelesen?
Zitat von horst hamburgUnd was ist mit den Hurtigruhtenschiffen? Sind die sauberer? Diese Regelung täte auch den Kreuzfahrern in Hamburg gut. Leider geht der Kommerz noch vor einer sauberen Umwelt. Auch die Flut an Kreuzfahrern in z.B. Venedig oder Sarajewo täten das gut.
Artikel gelesen? Auch das hier? "Die norwegische Kreuzfahrtreederei Hurtigruten ist daher zurzeit dabei, seine Schiffe dementsprechend umzurüsten." Spätestens beim grottigen Genusfehler (ich rate mal, dass das so heisst - bin kein Deutschlehrer) hätte es doch klingeln müssen. Auch bei dem, der den Artikel in spon eingestellt hat...
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