Nach tödlicher Attacke durch Kühe Neue Regeln für Wanderer in Österreich

Zu Wochenbeginn ist eine Wanderin in Österreich von einer Kuhherde bedrängt und dabei tödlich verletzt worden. Jetzt sollen neue Regeln und deutliche Hinweise solche Attacken verhindern.

Kühe in Österreich: Neue Verhaltensregeln für Wanderer
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Kühe in Österreich: Neue Verhaltensregeln für Wanderer


Innsbruck - Nach dem tödlichen Angriff einer Kuhherde auf eine 45 Jahre alte Deutsche in Österreich will die Alpenrepublik jetzt neue Verhaltensregeln für Wanderer erarbeiten. Bis Ende nächster Woche soll ein Regelkatalog erstellt und an Tourismusbetriebe und Almbauern verteilt werden, teilte die Landwirtschaftskammer Tirol mit. Zudem sollen auf Almen in Zukunft entsprechende Hinweistafeln angebracht werden.

Wichtig sei unter anderem, Hunde zunächst an die Leine zu nehmen, sie aber bei Gefahr schnell loszulassen, hieß es. Zudem sollten Wanderer Kühen nicht in die Augen schauen und auf keinen Fall Jungtiere streicheln. Der Tierschutzverein Vier Pfoten rät Wanderern unter anderem, "einen großen Bogen um die Kuhherde zu machen", wenn sie Muttertiere mit ihren Kälbern sehen, da diese einen "sehr starken Mutterinstinkt" hätten.

Wanderer sollten sich vorab informieren, ob die Strecke, die sie sich vorgenommen haben, über Weiden führt und gegebenenfalls auf eine alternative Route ausweichen. Wenn das nicht möglich ist und die Körperhaltung der Tiere bedrohlich wirkt - das Senken des Kopfes beispielsweise ist ein solcher Hinweis -, sei es ratsam, so ruhig wie möglich zurückzuweichen und die Alm zu verlassen, allerdings ohne den Tieren den Rücken zuzuwenden.

Offenbar wurde der angeleinte Hund als Gefahr wahrgenommen

20 Kühe und Kälber hatten am Montag eine 45 Jahre alte Wanderin aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz auf einer Alm bei Neustift im Stubaital in Österreich angegriffen und zu Tode getrampelt. Sie war mit ihrem angeleinten Hund auf einem Wanderweg in einem eingezäunten Weidegebiet zur Pinnisalm unterwegs, als die Tiere sie plötzlich mit den Hörnern attackierten.

Laut der "Tiroler Tageszeitung" berichteten Zeugen, dass es keinen erkennbaren Grund für die Attacke gab. Der Hund sei nicht aggressiv gewesen. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Josef Hechenberger sagte der Zeitung, der Frau sei vermutlich zum Verhängnis geworden, dass das Tier von den Kühen dennoch als Bedrohung angesehen wurde und angeleint war, sich also in unmittelbarer Nähe der Frau befand und nicht sofort weglaufen konnte.

Ein Mann, der sich direkt hinter der Deutschen befand, hatte laut dem Bericht vergeblich versucht einzuschreiten. Er konnte jedoch erst nachdem die Kühe sich entfernt hatten und der Hund, ein Bullterrier, geflüchtet war, Erste Hilfe leisten. Die Frau wurde von der Besatzung eines Rettungshubschraubers rund 45 Minuten lang reanimiert, starb jedoch an ihren schweren inneren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der betroffene Landwirt hat nach bisherigen Erkenntnissen Wanderer ordnungsgemäß gewarnt. Laut "Tiroler Tageszeitung" soll es kurz zuvor zu einem ähnlichen Vorfall mit einem anderen Wanderer gekommen sein, der allerdings ohne Verletzungen endete. Am Dienstag kam in Mooshuben in der Steiermark ein Hilfsarbeiter nach einer Stierattacke ums Leben, als er ausgebrochene Kühe wieder einfangen wollte.

emt/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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legastenie 30.07.2014
1. Wusste ichs doch
Ich hatte schon immer Angst vor den Kühen, War immer froh, wenn ich heil davon kam. Städter eben. Die sind doch größer und stärker als ich.
brummkreissel 30.07.2014
2. Kühe gefährlicher als Haie
Angeblich werden weltweit mehr Menschen von Kühen als von Haien getötet.
mischpot 30.07.2014
3. Ein Glück bin ich mit Kühen groß geworden
bin sogar auf Ihnen als Kind gesessen. Kühe haben fast einen Rundumblick. Nicht in die Augen sehen ist hier ein schlechter Scherz von einem Hornochsen. Wenn die Tiere auf einen zukommen ganz ruhig bleiben und keine Angst zeigen. Sich langsam zurück ziehen, Wenn die Tiere zu massiv werden dann direkt mit 2,3 Fingern in die Augen stechen das wirkt.
Demokrator2007 30.07.2014
4. Was es nicht alles gibt
Zitat von sysopimago Zu Wochenbeginn ist eine Wanderin in Österreich von einer Kuhherde bedrängt und dabei tödlich verletzt worden. Jetzt sollen neue Regeln und deutliche Hinweise solche Attacken verhindern. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/oesterreich-neue-regeln-fuer-wanderer-nach-attacke-von-kuehen-a-983710.html
Ich habe Kühe immer als besonders nett und freundlich wahrgenommen. Ich bin allerdings bei meinen damaligen Deichwanderungen auch nie auf die Idee gekommen zu einer Herde zu gehen und dort die Kälbchen zu streicheln.
klauerbaus 31.07.2014
5. Kühe gefährlicher als Haie
Ist doch logisch. Der Almhai ist ja auch eher ein eher seltenes Tier. Kühe lauern aber überall.
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