Offensive gegen Billigflieger Lufthansa bietet Tickets ab 99 Euro an

Im Kampf gegen die Billigkonkurrenten weitet Lufthansa ihr Angebot an Niedrigpreis-Tickets aus. Die zukünftig 23 Verbindungen ab Flughafen Hamburg können ab Mitte Oktober für Preise ab 99 Euro gebucht werden.


Frankfurt - Die Deutsche Lufthansa werde das Angebot ab Hamburg um sechs neue Ziele in Europa ausweiten, teilte das Unternehmen in Berlin mit. Vom 15. Oktober an stehen auch Flüge von der Hansestadt nach Budapest, Göteborg, Madrid, Nizza, Prag und Rom im Flugplan. Für alle dann 23 Nonstop-Verbindungen ab Hamburg seien Hin- und Rückflug zusammen ab 99 Euro plus einer Ticketgebühr zu haben. Lufthansa bestätigte damit die zuvor aus dem Unternehmen bekannt gewordenen Pläne für eine aggressivere Preisstrategie.

Das Angebot in Hamburg werde mit vier zusätzlichen Boeing-737-Maschinen um 14 Prozent mehr Flüge und 40 Prozent mehr Passagiersitze ausgeweitet. Hamburg sei bereits jetzt nach Frankfurt und München drittgrößter Lufthansa-Standort. Zuvor hatte bereits die mit Lufthansa verbundene Billigfluglinie Germanwings mitgeteilt, sie werde Hamburg zu ihrer vierten Start- und Landebasis machen.

In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war am Montag zudem von einem neuen Preissystem mit Billigkontingenten im gesamten Europaverkehr bei Lufthansa die Rede. Die Lufthansa dementierte jedoch, dass ein flächendeckend neues Preissystem in Europa geplant sei. "Lufthansa nutzt alle Chancen, die der Markt bietet. Es wird immer neue Strecken und neue Preise geben. Aber deshalb muss man noch nicht ein flächendeckendes neues Preiskonzept für den gesamten Kontinentalverkehr einführen", sagte eine Sprecherin.

Europas zweitgrößte Fluggesellschaft steht wie andere Branchengrößen unter starkem Druck von Billig-Fluglinien wie Ryanair und Easyjet. Deren Erfolg mit Niedrigpreisen hat in den vergangenen Jahren bei Lufthansa und anderen zu niedrigeren Durchschnittserlösen je Ticket geführt. Bereits in den vergangenen Monaten hat Lufthansa mit zahlreichen Preisaktionen versucht, den Billiganbietern Paroli zu bieten. Die Preisaktionen waren aber stets zeitlich befristet.



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