Olympischer Trip nach Sydney Ein teures Vergnügen

Preise bis zu 17.000 Mark scheinen die Deutschen nicht abzuschrecken, zu den Olympischen Spielen nach Australien zu reisen. Die Botschaft des fünften Kontinents in Berlin rechnet jedenfalls mit mehr Visumsanträgen.


Die hohen Preise haben die Olympia-Touristen nicht bremsen können. Die australische Botschaft in Berlin hält zehntausend deutsche Sydney-Reisende zusätzlich für eine realistische Größenordnung. In normalen Jahren machen sich bis zu 140.000 Deutsche auf die beschwerliche, mitunter fast 30 Flugstunden dauernde Reise nach "Down Under".

Homebush Bay: Die Olympischen Stätten bei Sydney
GMS

Homebush Bay: Die Olympischen Stätten bei Sydney

Für einen Olympia-Ausflug muss ein deutscher Sport-Begeisterter tief in die Tasche greifen. Wählt er den bequemen Weg und bucht eine Pauschalreise nach Sydney, werden schnell mehr als zehntausend Mark fällig. Abenteuerlustige mit dem Hang zum Individualtourismus müssen zunächst einmal schon 3000 bis 3500 Mark nur für den Flug ausgeben, der in Zeiten ohne Olympia bereits für die Hälfte zu haben ist. Hinzu kommen noch die Hotelkosten mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von mindestens 250 Mark pro Nacht und die ebenfalls stattlichen Ausgaben für Eintrittspreise.

Allein für die Eröffnungsfeier muss der Olympia-Fan zwischen 1382 und 1960 Mark hinblättern. Die Schlussfeier schlägt mit Preisen zwischen 786 und 1960 Mark zu Buche. Für den Final-Abend in der Leichtathletik sind zwischen 374 und 700 Mark zu berappen. Allerdings gibt es auch Tickets für den "einfachen" Fan. Die Vorrunde im Baseball kann jeder Interessent schon für 23 Mark besuchen. Viele Spiele in den Mannschafts-Konkurrenzen kosten lediglich 28 Mark.

Panoramablick von der Sydney Harbour Bridge
DPA

Panoramablick von der Sydney Harbour Bridge

Dennoch sind die Deutschen wie immer äußerst reiselustig - Olympia lockt. Der Großteil der 50.000 Eintrittskarten des deutschen Kontingents, die über die deutsche Reiseagentur DER zu beziehen waren, sind vergriffen. "Der Countdown läuft. Viel ist nicht mehr zu haben", so DER-Sprecherin Anke Dennler. Kleine Restposten sind noch vom Fußball, Handball und Ringen zu haben, dazu sind immerhin auch noch Tickets für die populäre Schlussfeier zu haben.

Bei DER hat die Nachfrage die Erwartungen weit übertroffen. Rund 1000 der kostspieligen Pauschalreisen, die zwischen 15 und 33 Tagen dauern, konnten verkauft werden. Im Schnitt waren den DER-Kunden die Olympischen Spiele rund 11.000 Mark wert.

Symbol von "Down Under": Ayers Rock
Australian Tourist Commission

Symbol von "Down Under": Ayers Rock

Die billigste Offerte lag bei 5500 Mark die teuerste bei fast 17.000 Mark. "Aber wer schon einmal nach Australien wollte, der hat sich gesagt, dann aber richtig", meinte Dennler. Die meisten Reiseveranstalter haben aber auf spezielle Olympia-Reisen verzichtet. In diesem Zeitraum werden auch andere Reiselustige auf den Trip nach Australien verzichten, denn viele Unternehmer wollen am Olympia-Boom teilhaben.

Günter Müller / dpa



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