Online-Registrierung Schäuble begrüßt neue US-Einreiseregeln

Die EU ist nicht erfreut, doch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält die neuen Einreiseregeln der USA für eine gute Idee. Bei einer Vorabregistrierung per Internet müssen US-Reisende Auskunft über ansteckende Krankheiten und terroristische Verbindungen geben.


Luxemburg - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die neuen US-Einreisebestimmungen für Europäer begrüßt. Es sei eine "erhebliche Erleichterung", wenn Reisende den US-Behörden ihre Daten künftig drei Tage vor der Einreise im Internet melden müssten, sagte Schäuble am Donnerstag nach einem Treffen der EU-Innenminister in Luxemburg. Schäuble berief sich darauf, dass die Angaben für zwei Jahre gespeichert würden und nicht bei jeder Einreise neu angegeben werden müssten. Er räumte aber ein, dass es in der EU "Bedenken" zu den Plänen gebe.

Die USA hatten am Dienstag ein verschärftes Einreisesystem namens Electronic System for Travel Authorization (ESTA) angekündigt. Damit sollen potentielle Terroristen abgefangen werden. Im Internet sollen nur jene Informationen abgefragt werden, die USA-Reisende bislang in Flugzeug oder Schiff auf einen Fragebogen eintragen mussten - unter anderem Passnummer, Geburtsdatum, ansteckende Krankheiten oder Verbindungen zu terroristischen Aktivitäten.

Der slowenische Innenminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Dragutin Mate wies Befürchtungen zurück, die USA führten dadurch Visa wieder durch die Hintertür ein. "Von Bürgern der Europäischen Union werden künftig nicht mehr Daten verlangt als bisher bei Reisen in die USA", sagte Mate. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Europa ähnliche Vorschriften für US-Bürger erlassen sollte.

abl/AFP



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