Pakistan Auswärtiges Amt verschärft Reisewarnung

Nach den Terroranschlägen in den USA haben nach Angaben des Außenministeriums in Berlin bereits rund 300 Deutsche Pakistan verlassen. Das Ministerium verschärfte am Mittwoch seine Reisewarnung für das Land.


Berlin - Pakistan-Reisenden wird nun generell geraten, "Reisen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zurückzustellen". Obwohl die Sicherheitslage in dem Land nach den Terroranschlägen in den USA bislang stabil sei, könne sich "jederzeit eine Gefährdung insbesondere für westliche Ausländer ergeben, wenn sich die Lage in der Region zuspitzen sollte", teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch mit.

Für den Fall einer Zuspitzung der Situation habe das Auswärtige Amt "angemessene Vorsorgemaßnahmen" getroffen, sagte der Sprecher. Dazu gehöre die Empfehlung an alle Deutschen, deren Aufenthalt in Pakistan nicht unbedingt erforderlich sei, das Land vorübergehend zu verlassen. Außerdem sei mit der Ausreise von Familienangehörigen des deutschen Personals an den Vertretungen in Islamabad und Karatschi begonnen worden. Die Botschaften arbeiteten aber weiterhin mit voller Besetzung.

Nach einer ersten Reisewarnung vom Wochenende haben nach Ministeriumsangaben rund hundert Deutsche die Grenzregionen zu Afghanistan verlassen, die als besonders gefährdet gelten. Derzeit hielten sich noch 500 Deutsche in Pakistan auf, davon 300 in der Hauptstadt Islamabad. Mit den noch im Land befindlichen Deutschen wird "enger Kontakt" gehalten.

Am Sonntag hatte das Auswärtige Amt zunächst empfohlen, "nicht dringend erforderliche Reisen" zurückzustellen. Diese Einschränkung ist nun entfallen.

Pakistan ist das Nachbarland von Afghanistan, wo sich der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in den USA, Osama Bin Laden, aufhalten soll. Die pakistanische Regierung hat den USA grundsätzlich ihre Unterstützung bei der Bekämpfung des Terrorismus zugesichert und versucht, mit den in Afghanistan regierenden Taliban zu vermitteln. Die Taliban haben Nachbarländern, die einen möglichen Militärschlag gegen ihr Land unterstützen, mit Krieg gedroht.



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