Pamplona Stiertreiben fordert sechs Schwerverletzte

Auftakt mit Folgen: Tausende von Einheimischen und Touristen haben im nordspanischen Pamplona den Beginn des Stiertreibens gefeiert. Bei der traditionellen Hatz durch die Altstadtgassen wurden sechs Männer schwer verletzt. Ein Amerikaner erlitt eine Querschnittslähmung.


Pamplona/Hamburg – Das umstrittene Stiertrieben, der "Encierro", begann heute in Pamplona. Zahlreiche Einheimische und Besucher wollten ihren Mut beweisen, indem sie in den engen Gassen der Altstadt vor den Stieren her rannten. Dabei wurden mindestens sechs Teilnehmer verletzt.

Ein 31-Jähriger aus den USA erlitt eine Querschnittslähmung, wie der Radiosender Cadena Ser berichtete. Er wurde von den Hörnern eines Kampfstiers getroffen und schwer am Rückenmark verletzt. Ein anderer Amerikaner aus New York musste mit einer Gesichtsverletzung ebenfalls ins Krankenhaus. Ein 26-jähriger Brite brach sich beim Sturz das Handgelenk. Ein Neuseeländer bekam einen Hornstoß in den linken Schenkel. Auch zwei Spanier mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Beim Fest des Heiligen Fermín zwischen dem 7. und 14. Juli werden jeden Morgen sechs Kampfstiere und sechs zahme Leitochsen von einer Koppel auf einer nur 825 Meter langen Strecke quer durch die Stadt in die Arena getrieben. Die rund 600 Kilogramm schweren Tiere sind bis zu 25 km/h schnell, eine Hatz dauert meist weniger als vier Minuten. In der Arena werden sie später beim Stierkampf getötet. Begnadigt werden nur jene Tiere, die besonders mutig sind und sich als Zuchtbullen eignen.

Zahlreiche Menschen wollen jedes Jahr ihren Mut beweisen und rennen in traditioneller rot-weißer Kleidung vor den Stieren her. Seit 1911 kamen dabei 14 Menschen ums Leben, sehr viel mehr werden jedes Jahr verletzt. Der Schriftsteller Ernest Hemingway setzte dem Stiertreiben 1926 mit seinem Roman "Fiesta" ein literarisches Denkmal. Auch in diesem Jahr protestierten wieder Tierschützer gegen das Stiertreiben.

Auf dem Programm der neuntägigen Veranstaltung zum Fest des Heiligen Fermín stehen neben Stiertreiben und Corridas auch Bälle, Konzerte und internationale Feuerwerkswettbewerbe.

har/afp/dpa



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