Pannenanfällige Sonden Airbus fordert Wechsel der Geschwindigkeitsmesser

Der Flugzeughersteller Airbus verlangt von den Fluglinien, sämtliche A330 und A340 mit neuen Geschwindigkeitssonden auszurüsten. Innerhalb weniger Wochen hatte es zwei schwere Zwischenfälle mit den Messgeräten eines französischen Herstellers gegeben.


London - Airbus hat nach einem Bericht des Senders BBC Fluggesellschaften aufgefordert, die Sensoren zur Geschwindigkeitsmessung an den Airbus-Typen A330 und A340 auszuwechseln. Entsprechende Schreiben seien an die Airlines gegangen.

Betroffen wären rund 200 Maschinen, die mit Sensoren des Herstellers Goodrich ausgerüstet werden sollen. Grund für die Initiative ist der BBC zufolge die Annahme von Flugunfallermittlern, fehlerhafte Sensoren könnten mit eine Ursache für den Absturz einer Air-France-Maschine am 1. Juni gewesen sein.

Die Empfehlung erfolgte in Absprache mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die EASA plant nach eigenen Angaben, den Austausch von Thales-Sonden an Passagierflugzeugen vorzuschreiben. Demnach sollen mindestens zwei der drei Sonden durch Sensoren des US-amerikanischen Herstellers Goodrich ersetzt werden, sagte EASA-Sprecher Daniel Höltgen in Köln. Damit könne höchstens eine Sonde des Typs Thales BA am Flugzeug bleiben, der ältere Typ AA werde verboten. Weitere Details dazu werde die Behörde in den nächsten 14 Tagen veröffentlichen.

Höltgen betonte, mit ihrem Vorstoß reagiere die EASA nicht auf Ergebnisse aus der Flugunfalluntersuchung, da diese noch nicht abschließend vorlägen. Die Behörde habe bereits vor dem Unglück am 1. Juni damit begonnen, die Funktionsfähigkeit von Pitot-Sonden zu analysieren.

"Wir wissen, dass es vor dem Absturz der Air-France-Maschine Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung gab", sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath. "Aber wir wissen auch, dass diese Probleme nicht die alleinige Ursache des Absturzes waren." Bei der Katastrophe am Pfingstmontag waren alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter auch 28 Deutsche. Air France hatte nach dem Absturz der Maschine am Pfingstmontag vorsorglich den Austausch alle Pitot-Sonden des Typs Thales AA angeordnet.

Die meisten Airbus-Langstreckenflugzeuge seien jedoch bereits mit Goodrich-Sonden ausgestattet, betonte Schaffrath. Von der Empfehlung seien nur 200 von 1000 ausgelieferten Maschinen des Typs A330 und A340 betroffen. Die Lufthansa oder die australische Qantas fliegen beispielsweise keine Jets dieser Typen mit Thales-Sonden.

Auf einem Air-France-Flug von Rom nach Paris hat es am 13. Juli erneut Probleme mit Sonden zur Geschwindigkeitsmessung gegeben. Die Piloten hätten für kurze Zeit keine verlässlichen Informationen über das Tempo ihrer Maschine bekommen, und dies, obwohl der Airbus A 320 mit neuen Sonden ausgestattet gewesen sei, hatte das Blatt berichtet.

sto/dpa



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