Pauschalurlaub Bei stetem Lärm gibt's Geld zurück

Baustellenlärm direkt neben dem Hotelzimmer, laute Musik bis tief in die Nacht - das müssen Touristen nicht hinnehmen. Genervte Pauschalurlauber hatten gegen den ständigen Krach geklagt. Ein Gericht gab ihnen Recht.


Frankfurt/Main - Wenn tagsüber Hämmern und Metallarbeiten sowie laute Musik bis Mitternacht die Urlaubsruhe stören, ist das ein Reisemangel, urteilte das Landgericht Frankfurt. Es sprach im konkreten Fall den betroffenen Touristen für die in Frage kommenden Tage eine Erstattung von 50 Prozent des Reisepreises zu.

Dass die Musik von einem öffentlichen Platz neben dem Hotel kam, war dabei unerheblich, berichtet die von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden herausgegebene Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Die Kläger hatten in einem Hotel Urlaub gemacht, in dem sie zunächst der Lärm durch die Aufbauarbeiten an einer Showbühne nervte. Von 8 bis 18 Uhr liefen außerdem lautstark zwei Kompressoren. Die anschließende Musikbeschallung dauerte sogar bis Mitternacht oder länger, auch am Wochenende. Nach Angaben der Zeitschrift soll die Lautstärke bis zu 140 Dezibel betragen und damit über der Schmerzgrenze gelegen haben.

Das war ein klarer Reisemangel, befand das Gericht. Der Lärm sei an acht Tagen unzumutbar gewesen - nicht zuletzt, weil die Bühne nur 25 Meter vom Hotelzimmer entfernt war. Die Kläger bekamen 534 Euro zurück.

Aktenzeichen: 2-24 S 29/07

abe/dpa

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