Personalmangel Lufthansa verkleinert Langstrecken-Crews

Seinen Snack muss ein Lufthansa-Passagier wohl noch nicht selbst holen. Aber im Sommer werden auf Langstreckenflügen weniger Flugbegleiter an Bord sein. Der Grund: zu hoher Krankenstand.

Flugbegleiterin bei Lufthansa
DPA

Flugbegleiterin bei Lufthansa


Wegen des anhaltenden Personalmangels dünnt die Lufthansa im Sommer ihre Besatzungen auf vielen Langstrecken aus. Betroffen sind Flüge in den Flugzeugtypen Airbus A330 und Boeing 747-400, erklärte ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt.

Hier soll in der Economy-Klasse von Juni bis September jeweils ein Flugbegleiter weniger an Bord sein als üblich. Damit überschreite man aber immer noch die aus Sicherheitsgründen erforderliche Mindestbesatzung.

Hintergrund ist ein sehr hoher Krankenstand beim Kabinenpersonal und ein ausgeweiteter Sommerflugplan, der im vollen Umfang geflogen werden soll. Lufthansa suche auch mit Hochdruck nach neuen Kräften, sagte der Sprecher. Allein in diesem Jahr wolle man bei der Kerngesellschaft 1400 neue Flugbegleiter einstellen, in der Lufthansa-Gruppe sei es sogar die doppelte Zahl.

Bei den Piloten komme es im sommerüblichen Umfang zu Überstunden, sagte der Sprecher weiterhin. Es gebe keinen Pilotenmangel, der zu Flugausfällen oder gar Flugzeugstilllegungen führe.

Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte bereits von sehr hohen Arbeitsbelastungen der einzelnen Piloten berichtet. Hintergrund ist der Streit um den Konzerntarifvertrag, zu dessen Bedingungen Lufthansa keine neuen Piloten mehr einstellen will. Der faktische Einstellungsstopp seit Jahresbeginn 2014 führt laut VC zu Engpässen.

abl/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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ahloui 10.05.2016
1. Das
wird dann der neue Normalzustand
Tobi2995 10.05.2016
2. Uralt Foto
Liebe Redaktion, auf welches Jahr ist das abgebildete DPA-Foto datiert?! Ich tippe mal auf die 80er? Ein Konzern wie Lufthansa stellt doch sicher aktuelles Bildmaterial für Agenturen & Co zur Verfügung. Lieber gar kein Foto als so ein uralt Schinken. So sieht eine Lufthansa Kabine jedenfalls scjon ewig nicht mehr aus.
rujo1954 10.05.2016
3. LH-Konzern
Nein, ahloui das ist der schon der längere Normalzustand. Wenn man, wie im gesamten LH-Konzern, solche Unterschiede zwischen den Sonntagsreden des Managments "Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Gut" und der täglichen Realität hat darf man sich nicht wundern. Beispiel: Erhöhung der Aufsichtsratstantiemen und Vorstandsgehälter im Vorfeld der nekativen Geschäftsentwicklung. Man hat z.B. im Aufsichtrat von flexiblen Erfolgsabhängigen Anteilen auf Festgehälter umgestellt. Mann wusste was kommt. Bei den Ergebnissen hätte es keine "Erfolgsbeteiligung" mehr gegeben. Da nimmt man lieber ein um 100% erhöhtes Festgehalt. Nur um den MA dann, wie immer, zu Sagen, dass Forderungen von 4-5% zu hoch sind. Ist nur ein Beispiel. Im Konzern gibt es seid langem ein: Wir hier oben, ihr da unten. Übrigens was den AR betrifft: Mit den Stimmen der Arbeitnehmervertreter. Noch Fragen?
dialogischen 10.05.2016
4.
Ein Management, das keinen Kundennutzen schafft, reduziert das Personal. Darauf eine sechsstellige Gehaltserhöhung ... und Berater, die das Niveau treffen
Autopilot 10.05.2016
5. Hoher Krankenstand ?!? Yeah right.
Ach ja, der Krankenstand ... Wer's glaubt, wird selig! Die Reduzierung des Kabinenpersonals ist seit Jahren ein probates Mittel, die Betriebskosten zu senken, allerdings eben auch den Boardservice. Wer regelmäß mit Ryanair und Co. im No-Frills-Segment fliegt, weiß, mit wie viel bzw. wenig Kabinenpersonal ein Luftfahrtunternehmen noch legal, vor allem aber wirtschaftlich unterwegs ist. Im Unterschied zu den Billigheimern tut sich die Lufthansa verständlicherweise schwer, das so zu kommunizieren, da sie ihr Produkt im Marketing vor allem auch über den Boardservice zu den No-Frills Carriern abgrenzen möchte. Dann doch lieber die Mär vom Krankenstand. Einträglich ist der Flugbetrieb der Lufthansa zur Zeit u.a. deshalb noch, weil die Kerosinpreise niedrig sind. Wenn diese wieder anziehen, werden wir sehen, inwieweit die Lufthansa in der jetzigen Kostenstruktur mit dem Geschäftsmodell noch wettbewerbsfähig ist und wie krank das Kabinenpersonal denn nun wirklich war. Lieber Spiegel, bitte berichten Sie auch darüber.
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