Pilgeransturm Über 100.000 Deutsche reisen zur Amtseinführung

Der deutsche Papst Benedikt XVI. wird am Sonntag von mehr als 100.000 Landsleuten bejubelt werden. In Bayern ist bereits eine fünftägige Pilgerreise auf den Spuren des neuen Papstes im Angebot.


Rom/München - Zur Amtseinführung des neuen Papstes werden am Sonntag über 100.000 deutsche Pilger erwartet, sagte der Chef des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso. Rund 1500 deutschsprachige Freiwillige aus Südtirol sollen für einen reibungslosen Ablauf der Feierlichkeiten sorgen. Insgesamt werden voraussichtlich mehr als eine halbe Million Menschen die Messe auf dem Petersplatz verfolgen.

Die Linienflüge von deutschen Flughäfen in die Ewige Stadt seien für das gesamte Wochenende ausgebucht, hieß es. Der Großteil der Pilger werde wahrscheinlich mit Reisebussen nach Rom kommen. Ein Lufthansa-Sprecher in München sagte: "Die Flüge von München nach Rom sind in diesen Tagen sehr gut ausgelastet." Vor allem Rückflüge am Sonntag seien so gut wie ausgebucht, Hinflüge seien noch zu haben. "Rom ist allerdings immer ein interessantes und gut gebuchtes Ziel."

Währenddessen hat das Bayern Tourismus Marketing bereits eine fünftägige Pilgerreise konzipiert: Gläubige können auf den Spuren des gebürtigen Bayern Joseph Ratzingers wandeln. Die Reise, die nach der Papstwahl entwickelt worden war, stoße auch im Ausland auf Interesse, berichtete die Leiterin Verkaufsförderung des Bayern Tourismus Marketing, Katja Austen, am Freitag. "Es gibt Anfragen von Veranstaltern vor allem in den USA und Italien."

Die Pilgerreise beginnt in Ratzingers Geburtsort Marktl und führt von dort in das 15 Kilometer entfernte Altötting, wo unter anderem die berühmte Schwarze Mutter Gottes in der Gnadenkapelle besichtigt wird. Von dort aus geht es über Traunstein, wo Ratzinger seine Jugendjahre verbrachte, weiter zum Chiemsee und nach München. Letzte Station ist Regensburg. Am Sonntag können die Pilger die Messe mit den Regensburger Domspatzen verfolgen. Ob zum Mittagessen Kartoffeln, Maultaschen und Bröselschmarrn als angebliche Leibgerichte Ratzingers auf der Speisekarte stehen werden, war bei der Bayern Tourismus Marketing zunächst nicht bekannt.



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