Piloten Unangekündigter Streik führte zu massiven Verspätungen

Der Piloten-Warnstreik am Morgen hat Auswirkungen auf den Flugplan des gesamten Tages. Der über zweistündige Ausstand hat bei Lufthansa-Töchtern zu massiven Verspätungen und zu Flugausfällen geführt.

Neu-Isenburg - Bei dem Warnstreik der Pilotengewerkschaft Cockpit am Mittwochmorgen wurden nach Angaben der Gewerkschaft 97 Flüge bestreikt. Bei den betroffenen Fluggesellschaften normalisiert sich der Flugplan nur langsam wieder. Erst am Nachmittag ist eine Stabilisierung der Flugpläne zu erwarten, wie Sprecherinnen von Lufthansa und Germanwings sagten.

Bei den Lufthansa-Töchtern Lufthansa Cityline und Eurowings seien insgesamt 64 Flüge gestrichen worden, davon waren 2200 Fluggäste betroffen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Bei Germanwings wurden zwei Flüge annulliert, bei weiteren 22 kam es zu Verspätungen von bis zu zwei Stunden, sagte eine Sprecherin von Germanwings. Angaben zur Zahl der betroffenen Passagiere machte die Fluggesellschaft jedoch nicht. Betroffen von den Verzögerungen waren praktisch alle großen deutschen Flughäfen.

Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder für Mittwochmorgen kurzfristig zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Piloten waren zwischen 5.30 Uhr und 8 Uhr in den Ausstand getreten, wie die Gewerkschaft mitteilte. Betroffen waren demnach nur die Lufthansa-Töchter, nicht aber Flüge der Lufthansa selbst. Die kurzfristigen Warnstreiks seien das "letzte Mittel" der Gewerkschaft gewesen, in den laufenden Gehaltstarifverhandlungen Druck auf die Unternehmen auszuüben, erklärte Cockpit.

Die Pilotenvereinigung verlangt für die insgesamt etwa 1500 Piloten der drei Gesellschaften mehr Geld, hat aber keine konkrete prozentuale Forderung erhoben. Die bereits seit mehreren Monaten laufenden Verhandlungen waren von der Gewerkschaft als gescheitert erklärt worden. Nachdem die Belegschaft dem Warnstreikaufruf gefolgt sei, hoffe man jetzt auf ein neues Angebot der Arbeitgeberseite, sagte Verhandlungsführer Thorsten Gommert.

Bei der CityLine habe es für die Piloten zum Beispiel seit 2002 keine Gehaltssteigerung mehr gegeben, sagte Gommert. Beim Billigflieger Germanwings wolle man den Abstand zur Bezahlung bei der Konzernmutter nicht weiter wachsen lassen. Bei Eurowings gehe es um eine Annäherung der Bezahlung an das Niveau der CityLine, die komplett der Lufthansa gehört. Für alle drei Gesellschaften werden separate Verhandlungen geführt. Für die rund 4400 Piloten der Lufthansa und Lufthansa Cargo hatte die Vereinigung bereits im Januar Gehaltssteigerungen durchgesetzt.

Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die Interessen von derzeit rund 8200 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines.

abl/AFP/dpa

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