Piloten zur Orkan-Landung "Es war weit entfernt von dramatisch"

Heftig schwankend nähert sich ein Airbus schräg der Landepiste - und startet wieder durch. Die versuchte Landung der Lufthansa-Maschine auf dem Hamburger Flughafen verschlug Zuschauern im März den Atem. Es gab keine Gefahr, sagt der Kapitän, der sich erstmals zu dem Vorfall äußert.


Hamburg - Anfang März hat die Lufthansa-Maschine ihre Fast-Landung im Orkan durchgestanden, jetzt haben die beiden Piloten erstmals über den Zwischenfall gesprochen. "Wir sind nur knapp an einer normalen Landung vorbeigeschrammt", sagte Kapitän Oliver A. in einem Interview des Magazins "Stern". Die Piloten des Airbus A320 hätten sich und die Passagiere zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gesehen. Auch habe zu keiner Zeit Panik an Bord geherrscht, die Stimmung sei "gefasst" gewesen.

Bei dem Zwischenfall war ein von München kommender Lufthansa-Airbus mit 131 Passagieren an Bord beim Landeanflug auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel von einer Windböe des Orkantiefs "Emma" erfasst worden.

Das Flugzeug berührte daraufhin mit einem Flügel den Boden und wurde durch den Sturm von der Landebahn gedrückt. Die Co-Pilotin startete mit Vollschub durch und verhinderte so eine Katastrophe. Nach dem Fliegen einer Schleife setzte die beschädigte Maschine 15 Minuten später sicher auf der anderen Landebahn auf. Alle Insassen blieben unverletzt.

Die Turbulenzen am Boden seien an diesem Tag nicht vorauszusehen gewesen, betonten die beiden Piloten. "Es war sehr stürmisch, aber weit entfernt von dramatisch", sagte Oliver A. Der Landeanflug bei Seitenwind sehe immer spektakulär aus, weil der Pilot die Nase des Flugzeugs zunächst gegen den Wind drehen müsse. "Einen Moment vor dem Aufsetzen kam plötzlich die Windböe", erklärte der Pilot. Daraufhin habe sich das Flugzeug gedreht und die rechte Fläche angehoben. "In diesem Augenblick war klar, dass wir durchstarten müssen", sagte Oliver A.

Ferner widersprachen die beiden Piloten der Kritik, sie hätten die falsche Landebahn gewählt. "Die Windverhältnisse sprachen weder für die eine noch für die andere Bahn", sagte Co-Pilotin Maxi J. Der Wind sei aus einer Richtung gekommen, die zwischen beiden gelegen habe. In dem Fall sei es sinnvoll, die Bahn mit dem besseren Instrumentenlandesystem zu nehmen.

abl/dpa/ddp



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