Streiks bei Airline und Bahn Air France streicht Flüge am Samstag

Fußball-EM-Schlachtenbummlern wird das nicht gefallen: Jeder vierte Flug von und nach Paris soll am Samstag ausfallen, zudem dauert der Streik der Bahnmitarbeiter in Frankreich noch an.

Flughafen in Frankreich
DPA

Flughafen in Frankreich


Für Samstag bis Dienstag haben die französischen Pilotengewerkschaften Streiks bei Air France angekündigt. Daher werden bei der Fluggesellschaft am Samstag, dem zweiten Fußball-EM-Tag, vor allem auf der Mittelstrecke viele Flüge ausfallen. Das Unternehmen will aber mehr als 80 Prozent seiner geplanten Flüge sicherstellen, wie es am Freitag mitteilte.

Bei den Mittelstreckenflügen von und nach Paris dürfte etwa jede vierte Verbindung ausfallen, auf der Langstrecke und bei Inlandsflügen sollen 90 Prozent des Verkehrs gesichert werden. Allerdings seien Verspätungen und kurzfristige weitere Ausfälle nicht auszuschließen.

Air-France-Chef Frédéric Gagey hatte am Vortag versichert, dass Flüge mit EM-Fans Vorrang haben sollen. Die Pilotengewerkschaften wehren sich gegen Sparmaßnahmen und kritisieren die Strategie des Managements. Sie fürchten, dass das Gleichgewicht innerhalb des Konzerns Air France-KLM zu Lasten von Air France verschoben wird.

Streikzeit auf dem Pariser Gare de Lyon
REUTERS

Streikzeit auf dem Pariser Gare de Lyon

Auch bei der Staatsbahn SNCF wird weiter gestreikt. Am Freitag führte das den zehnten Tag in Folge zu erheblichen Behinderungen im Schienenverkehr. Die Bahnmitarbeiter protestieren mit dem Streik gegen eine umstrittene Arbeitsmarktreform, in erster Linie aber gegen eine neue Arbeitszeitregelung.

Die französische Regierung hat eine harte Haltung gegen die streikende Bahnmitarbeiter angekündigt. Es werde "keine neuen Verhandlungen" und "keinerlei Toleranz" bei Blockaden von Bahngleisen geben, sagte Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies im Sender Europe 1. Er versprach, trotz des Bahnstreiks würden alle 80.000 Zuschauer der Eröffnungspartie Frankreich gegen Rumänien zum Stade de France in der Pariser Vorstadt Saint-Denis gebracht.

Von den Streiks bei der Staatsbahn SNCF sind auch Vorstadtzuglinien betroffen, die die Pariser Innenstadt mit dem Stade de France verbinden. Die Regierung setzt deswegen Sonderzüge ein. Notfalls würden streikende Lokführer zum Dienst verpflichtet, sagte Vidalies und wiederholte damit eine Drohung von Premierminister Manuel Valls. Blockaden von Bahngleisen würden "strafrechtliche und disziplinarische" Konsequenzen haben, warnte der Verkehrsstaatssekretär.

Lambert: Streiks verderben bereits das Fußballfest

Aus Protest gegen die Arbeitsmarktreform wird auch bei der Pariser Müllabfuhr gestreikt. Weil Mülltonnen in einigen Stadtteilen nicht mehr geleert wurden, quollen die Tonnen über, Mülltüten türmten sich am Straßenrand. Am Freitag wurden die Tonnen aber wieder geleert. Das Pariser Rathaus griff dabei auf Privatunternehmen zurück, die bereits in der Hälfte der Pariser Bezirke für die Müllentsorgung zuständig sind. "Der ganze Müll wird eingesammelt", versprach Bürgermeisterin Anne Hidalgo im Sender RMC. Bis zur Rückkehr zur Normalität würden aber "natürlich einige Tage vergehen".

Die französische Regierung befürchtet einen gewaltigen Imageschaden durch die Streiks während der Fußball-EM, bei der rund zwei Millionen Besucher aus dem Ausland erwartet werden. Für den Präsidenten des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, hat Frankreichs Ansehen bereits Schaden genommen: "Dieses Bild wollten wir nicht abgeben", sagte er dem Sender France Inter. Auf die Frage, ob die Streiks das Fußballfest verderben könnten, antwortete Lambert, dies sei bereits der Fall.

abl/dpa



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