Piloten-Streik bis Freitag Lufthansa streicht Hälfte der Langstreckenflüge

Die Gewerkschaft der Piloten hat ihren Streik ausgeweitet: Zum Wochenende hin sollen erneut Lufthansa-Flüge auf der Kurz- und Mittelstrecke ausfallen. Zunächst gerät aber der Langstreckenflugplan durcheinander.
Lufthansa-Flugzeug: Piloten weiten Streik Tag für Tag aus

Lufthansa-Flugzeug: Piloten weiten Streik Tag für Tag aus

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Frankfurt/Main - Die Maschine aus Frankfurt am Main wäre planmäßig gegen 10 Uhr in Richtung der US-amerikanischen Stadt Houston gestartet. Aber wie 83 andere Langstreckenflüge von und nach Deutschland ist auch diese USA-Verbindung wegen eines Pilotenstreiks bei der Lufthansa gestrichen worden. Geplant waren am Donnerstag 153 Interkontinentalverbindungen.

Den Ausstand bei der Lufthansa betrifft am zweiten Tag etwa 18.000 Passagiere. Reisende, die aus dem Ausland in die Mainmetropole fliegen wollen, bekamen den Streik bereits seit Mittwochabend zu spüren. "Wir gehen davon aus, dass wir den Flugplan wie angekündigt einhalten können", sagte der Sprecher. Betroffen sind vor allem die beiden Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München.

(Hier finden Lufthansa-Kunden die wichtigsten Antworten auf ihre Fragen.)Die Kurz- und Mittelstreckenflüge, die die Piloten am Mittwoch bestreikt hatten, sollen heute weitestgehend nach Plan fliegen, wie der Lufthansa-Sprecher sagte. Doch für Freitag hat Cockpit weitere Streiks auf diesen kürzeren Strecken angekündigt. Flüge der Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings seien nicht betroffen. Einen Ersatzflugplan für Freitag wird Lufthansa gegen Mittag veröffentlichen.

Am Mittwoch waren rund 750 Verbindungen ausgefallen. Die Kunden mussten umgebucht werden oder konnten ihre Reisen erst gar nicht antreten. Viele hatten sich rechtzeitig informiert. An den Flughäfen hieß es, es sei alles ruhig verlaufen.

Ein Sprecher der Vereinigung Cockpit sagte: "Wir wünschten tatsächlich, es wäre endlich mal fertig mit dem Streik. Allerdings scheint sich die Lufthansa in ihren Tarifgesprächen überhaupt nicht zu bewegen." Anlass für die neue Streikrunde ist das erneute Scheitern der Verhandlungen zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft. Der größte Streitpunkt betrifft die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden.

"Über den Wolken mag die Freiheit grenzenlos sein. Auf dem Boden benötigen wir jedoch Grenzen, um solchen Streikorgien zu bändigen", betonte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, am Morgen laut einer Mitteilung.

Lufthansa-Streik vom 18. bis 21. März

Die Piloten der Lufthansa streiken seit Mittwoch bis Samstag. Die wichtigsten Infos für Reisende finden Sie hier.