Pilotenstreik Spaniens Flughäfen stehen vor Chaos

Mitten in der Hauptsaison drohen Spanien chaotische Zustände auf den Flughäfen. Die Piloten der Airline Iberia planen, ab Montag sieben Tage in den Streik zu treten. Mehr als 200.000 Passagiere könnten betroffen sein.


Madrid – Wenn die Iberia-Piloten tatsächlich in der nächsten Woche streiken, müssten nach Rundfunkberichten etwa 240 Flüge täglich in ganz Spanien gestrichen werden. Dies entspricht rund einem Drittel aller Verbindungen. Zudem sei mit Einbußen von 35 Millionen Euro zu rechnen. Da der Ausstand die Fluggesellschaft mitten in der Sommerhauptsaison trifft, droht den spanischen Flughäfen ein Chaos.

Die 1800 Piloten befürchten, dass die 20-prozentige Beteiligung des Unternehmens an der geplanten Billigfluglinie Catair zu Stellenstreichungen beim Mutterkonzern führen wird. Sie verlangen deshalb eine Arbeitsplatzgarantie und die Zusicherung, dass die Gehälter der Flugkapitäne bis zum 65. Lebensjahr bezahlt werden.

Iberia entschuldigte sich in ganzseitigen Zeitungsanzeigen bei den Reisenden und kritisierte den Arbeitskampf als ungerechtfertigt. Zudem behält sich das Unternehmen rechtliche Schritte gegen die Streikenden vor. Zugleich erklärte die Fluggesellschaft, sie bemühe sich, den Ausstand abzuwenden.

Das Verkehrsministerium legte für die Piloten Mindestdienste fest. Danach wird es auf den Routen zu den Kanarischen und den Balearen-Inseln keine Streichungen geben. Auch die meisten Langstreckenflüge sowie die Hälfte der Europa-Verbindungen seien garantiert.

abl/dpa



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