Pöbelei gegen Piloten Flugzeug-Randalierer kommt vor Gericht

Der Vorfall hatte in der Reise- und Luftfahrtbranche für Aufsehen gesorgt: Ein betrunkener Manager an Bord eines Passagierflugzeugs beschimpfte den Piloten so heftig, dass dieser sich zur Landung gezwungen sah. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft den Mann angeklagt.


Augsburg - Wegen Angriffs auf den Luftverkehr hat die Staatsanwaltschaft gegen den 55-jährigen Manager Anklage vor dem Augsburger Landgericht erhoben. Grund: Mit Todesdrohungen habe der betrunkene Fluggast einen Piloten am 12. Oktober zur Landung an seinem Wohnort genötigt.

Die Chartermaschine mit 28 Konzernmitarbeitern sollte von Amsterdam eigentlich nach Augsburg und dann nach Hof fliegen. Wegen erheblicher Verspätung war der Flughafen Augsburg in der Nacht aber bereits geschlossen, so dass der Pilot direkt nach Hof weiterfliegen wollte.

Daraufhin soll der stark angetrunkene Passagier dem Piloten lautstark und aggressiv mit dem Tode gedroht haben, wenn er nicht in Augsburg lande. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft beleidigte der Angeklagte den Piloten mehrfach unflätig. Kollegen hätten den Mann schließlich zu seinem Sitz zurückgebracht, wo er eingeschlafen sei.

Weil der Pilot auch auf Grund von Sprachproblemen glaubte, dass mehrere Fluggäste eine Kursänderung erzwingen wollten, landete er doch in Augsburg. Der Randalierer wurde sofort festgenommen und saß zwei Wochen in Untersuchungshaft.

Bei einer Verurteilung drohen ihm nun ein bis 15 Jahre Gefängnis.

har/AP



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