Sanssouci Vandalismus belastet Schloss und Park

Die berühmte Schlossanlage von Sanssouci leidet zunehmend unter Zerstörungen. Manche Besucher brechen auf der Suche nach einem Fotomotiv etwas von einer wertvollen Statue ab. Andere scheuen sich nicht vor mutwilliger Zerstörung.

Sanssouci: Das Schloss leidet zunehmend unter mutwilligen Zerstörungen
DPA

Sanssouci: Das Schloss leidet zunehmend unter mutwilligen Zerstörungen


Potsdam - Eingeritzte Namen, Schmierereien und Graffiti sind nur Beispiele für die zunehmende Zerstörungswut von Besuchern der Anlage. Die Mitarbeiter im Unesco-Weltkulturerbe Park und Schloss Sanssouci finden immer häufiger Spuren von Vandalismus am und im Gebäude sowie in den Gärten. Das lässt die Verantwortlichen keineswegs "ohne Sorge", wie der Name des Lustschlosses übersetzt verheißt.

René Mende, der bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg für die Sicherheit zuständig ist, klagt: "Zum Teil werden an Kunstgütern große Schäden angerichtet". Abgebrochene Finger an Skulpturen oder eingeritzte Namen müssen teilweise aufwendig beseitigt werden.

Dabei kann keine bestimmte Alters- oder Bevölkerungsgruppe als Verursacher der Zerstörungen ausgemacht werden. "Da werden antike Skulpturen erklettert, um ein besseres Fotomotiv zu bekommen. Zurück bleiben nicht nur Trittspuren", sagt Mende. Die Restaurierung eines abgebrochenen Fingers oder anderer Teile könne schon mal Zehntausende Euro kosten. Viel schwerer wiege aber, dass Kunstgüter zum Teil unwiederbringlich beschädigt oder zerstört werden.

Zugenommen habe in letzter Zeit vor allem das Einritzen von Namen oder Daten in Sand- oder Marmorsteinplatten. "Das wird bei der Restaurierung richtig teuer", sagt Mende. Für andere Besucher sei es offenbar auch ein besonderer Spaß, sich in den riesigen Steinwannen im Park fotografieren zu lassen und dort zu posieren. "Doch es sind wertvolle Kunstwerke, mit denen sorgsam umgegangen werden muss." Die Mitarbeiter, die in dem rund 280 Hektar großen Park Streife laufen und auf solche Vorkommnisse achten sollen, kommen da nicht selten zu spät.

Andernorts hatte vor kurzem erst ein 14-jähriger Chinese für Empörung gesorgt, der im Tempel von Luxor in Ägypten ein antikes Steinrelief bekritzelte. Er platzierte seine krakeligen Schriftzeichen "Ding Jinhao war hier" mitten auf dem Lendenschurz von Alexander dem Großen.

mli/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.