Teurere Tickets Bahn erhöht Preise um knapp drei Prozent

Die Deutsche Bahn erhöht ihre Preise: Im Schnitt kosten ab Anfang Dezember Tickets 2,8 Prozent mehr als bisher. Auch sämtliche BahnCard-Varianten werden teurer - als Begründung werden steigende Energiekosten angeführt.
Ticketautomat der Bahn: Am 9. Dezember werden die Preise erhöht

Ticketautomat der Bahn: Am 9. Dezember werden die Preise erhöht

Foto: Jens Wolf/ picture alliance / dpa

Berlin - Bahnfahren wird ab Dezember erneut teurer. Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fern- und Regionalverkehr um durchschnittlich 2,8 Prozent, wie der Konzern am Dienstag in Berlin bekanntgab. Auch die BahnCards werden zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember im Schnitt um 2,4 Prozent teurer, die BahnCard 50 für die zweite Klasse um immerhin sieben Euro. Reservierungen kosten weiter vier Euro pro Platz. Die Sparpreise ab 29 Euro innerhalb Deutschlands und ab 39 Euro für das Europa-Spezial bleiben ebenfalls bestehen.

Unberührt von den Erhöhungen des Unternehmens sind die Tarife der Verkehrsverbünde, die diese eigenständig festlegen. Der für den Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Ulrich Homburg begründete die Verteuerung wie in den vergangenen Jahren mit gestiegenen Energiekosten. Diese hat die Bahn zumindest zuletzt gut verkraftet: Im ersten Halbjahr 2012 verzeichnete der Konzern einen Passagierrekord sowie einen Gewinnsprung im Fernverkehr.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 verdreifachte sich das Betriebsergebnis von IC und ICE und übertraf damit sogar bereits das Gesamtjahr 2011 deutlich. Als Grund nannte die Bahn hier unter anderem "Preismaßnahmen". 2011 hatte der Konzern die Tarife im Fernverkehr um knapp vier Prozent nach oben geschraubt. Geholfen haben dürften dem Unternehmen die deutlich gestiegenen Spritpreise, die mehr Autofahrer zum Umstieg in die Bahn bewegten.

Bahnkunden sind jährliche Fahrpreiserhöhungen gewohnt. Nur 2010 hatte der Konzern erstmals seit längerem seine Preise im Fernverkehr nicht erhöht. Noch im Frühjahr hatte Bahnchef Rüdiger Grube allerdings in einem Interview gesagt: "Mein Ziel ist es, möglichst ohne Preissteigerungen auszukommen." Allerdings räumte er ein: "Ich führe letztendlich ein Wirtschaftsunternehmen, und das müssen wir gut führen. Deshalb müssen wir unsere Kosten in Ordnung halten."

Die wichtigsten Preisänderungen:

Fernverkehr

  • Maximalpreis 2. Klasse: bisher 135, künftig 139 Euro
  • BahnCard 25 (2./1. Klasse): bisher 59/119 Euro, künftig 60/122 Euro
  • BahnCard 25 ermäßigt: bisher 39/78 Euro, künftig 40/80 Euro
  • BahnCard 50 (2./1. Klasse): bisher 240/482 Euro, künftig 247/496 Euro
  • BahnCard 50 ermäßigt: 122/244 Euro, künftig 125/250 Euro
  • BahnCard 100 (2./1. Klasse): bisher 3990/6690 Euro, 4090/6890 Euro

Möglicherweise werden die BahnCard 25 um einen weiteren und die BahnCard 50 um weitere zwei Euro teurer, falls die Bahn erfolgreich mit den Verkehrsverbünden um eine Ausweitung der City-Ticketfunktion auf den Startbahnhof verhandelt. Dann ist im Bahnticketpreis auch die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Startbahnhof enthalten und nicht nur, wie bisher, die Weiterfahrt am Zielbahnhof. Die Verhandlungen laufen aber noch.

Nah- und Regionalverkehr

  • Normal- und Zeitkartenpreise steigen um 2,8 Prozent
  • Schönes-Wochenende-Ticket: bisher 40, künftig 42 Euro bei Internet- oder Automatenbuchung
  • Länder-Tickets Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz/Saar, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein: plus 1 Euro; Bayern plus 0,50 Euro

sto/Reuters/dapd/dpa
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