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11. Januar 2010, 09:46 Uhr

Protest auf Flughäfen

Hüllenlos gegen Nacktscanner

Piraten machen sich - fast - nackig. Trotz winterlicher Temperaturen protestierten die Parteimitglieder auf mehreren Flughäfen in Unterwäsche gegen die Einführung von Nacktscannern. Ihr Motto: "Ihr braucht uns nicht zu scannen - Wir sind schon nackt."

Frankfurt/Main - Aus Protest gegen die geplante Einführung von Nacktscannern haben Mitglieder der Piratenpartei am Sonntag auf mehreren deutschen Flughäfen Flashmobs veranstaltet und sich dabei ausgezogen. Die Aktion stand unter dem Motto: "Ihr braucht uns nicht zu scannen - Wir sind schon nackt." Um 14 Uhr starteten die Piraten ihre Aktionen auf den Flughäfen von Berlin, Frankfurt am Main und Düsseldorf. Nach wenigen Minuten war der Fröstel-Protest wieder beendet.

Wie die Piratenpartei auf ihrer Internetseite schreibt, lehne sie die Einführung der Nacktscanner ab, weil diese "die Intimsphäre und die Persönlichkeitsrechte der Passagiere" verletzten. "Details wie ein künstlicher Darmausgang, Herzschrittmacher oder Körperschmuck bleiben nach wie vor sichtbar." Flashmobs sind über Internetforen oder Handys verabredete Aktionen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Am Sonntagabend schloss Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) einen schnellen Einsatz von Körperscannern an deutschen Flughäfen aus. "Das können wir Mitte 2010 entscheiden", sagte de Maizière im "Bericht aus Berlin" auf die Frage, wann die Scanner kommen werden.

Zunächst müssten drei Voraussetzungen erfüllt sein: Die Scanner müssten leistungsfähig sein, dürften nicht die Gesundheit gefährden und nicht die Persönlichkeitsrechte verletzen. "Wenn die drei Voraussetzungen vorliegen, dann können wir über den Einsatz entscheiden, möglichst europaweit", erläuterte de Maizière.

abl/APD/dpa

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