"Railteam" Bahn-Bündnis soll Billigfliegern Konkurrenz machen

Die Deutsche Bahn will mit einer europaweiten Allianz Marktanteile von Billigfluganbietern zurückerobern. Das Bündnis "Railteam" soll Buchungen vereinfachen und Fahrzeiten verkürzen – und den internationalen Umsatz der Bahn steigern.

Berlin - Europas Bahnen wollen den Billigfliegern künftig die Stirn bieten. Noch in diesem Jahr sollen in dem Bündnis "Railteam" Anbieter aus sieben europäischen Ländern auf den Hauptstrecken deutlich enger zusammenarbeiten, wie der Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, Karl-Friedrich Rausch, heute in Berlin mitteilte. Neben der Deutschen Bahn seien Anbieter aus Frankreich, Großbritannien, Österreich und der Schweiz, den Niederlanden und Belgien an dem Projekt beteiligt.

Mit Hilfe des Bündnisses sollen die grenzüberschreitenden Verbindungen deutlich besser miteinander verknüpft, die Buchung vereinfacht und die Fahrzeiten verkürzt werden. Auf diese Weise wollen die Bahnen ihre Wettbewerbsposition gegenüber Flugzeug und Auto deutlich verbessern. Weitere Einzelheiten wollte Rausch noch nicht nennen. Auch ein genaues Datum gebe es noch nicht. Allerdings soll der Start vor dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember stattfinden.

Wichtiger Bestandteil der Allianz sei die neue Verbindung nach Paris. Ab 10. Juni verkehren von Frankfurt am Main sowie von Stuttgart aus deutsche ICE beziehungsweise französische TGV-Züge mit bis zu 320 Stundenkilometern in die französische Hauptstadt. Die Fahrzeit soll sich dadurch um über zwei Stunden auf unter vier Stunden verkürzen.

Bereits im vergangenen Jahr erzielte die Deutsche Bahn im internationalen Personenfernverkehr einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Bis 2012 sollen die Erlöse auf rund 300 Millionen Euro steigen.

Nichtraucherzüge bundesweit

Außerdem kündigte Rausch an, der Regionalverkehr der Bahn werde bis zum 1. Juli komplett rauchfrei sein - ungeachtet der Ausformung der Gesetze zum Nichtraucherschutz. Bis dahin würden auch die wenigen jetzt noch verkehrenden "roten" Züge mit Raucherbereichen umgezeichnet.

Für den Fernverkehr wollte er sich noch nicht festlegen, sagte aber: "Wenn ein Gesetz kommt, das Raucherzonen ausschließlich deutlich abgetrennte Bereiche sein müssen, werden wir sagen müssen: Das können wir nicht umsetzen." Das würde ein Rauchverbot im gesamten Fernverkehr bedeuten.

sto/AP/ddp/dpa