Sommersaison 2019 TUIfly befürchtet erneutes Flugchaos

Nicht nur der Luftfahrtverband BDL und die Fluglotsen warnen vor einem Chaos im Flugverkehr. Auch TUIfly rechnet damit, dass der Sommer wieder "eine Herausforderung wird".

Boeing 737-800 der TuiFly über dem Flughafen Hannover
DPA

Boeing 737-800 der TuiFly über dem Flughafen Hannover


Wegen Streiks, Pannen und Personalmangel mussten die Airlines im Sommer 2018 Tausende Flüge streichen. Viele Maschinen starteten und landeten mit Verspätungen. Dass auch die kommende Reisesaison Passagiere vor solche Probleme stellen wird, hält die Ferienfluggesellschaft TUIfly für wahrscheinlich. "Wir sehen schon jetzt, dass der kommende Sommer für alle eine Herausforderung wird", sagte TUIfly-Chef Oliver Lackmann dem "Tagesspiegel".

Nach wie vor gebe es Engpässe bei der Flugsicherung, und "wir sehen weiterhin logistische Schwierigkeiten an den Airports bei gleichzeitigem Wachstum des Luftverkehrs". Das lasse sich nicht von heute auf morgen ändern.

Die Zahl der vom Flugchaos betroffenen Passagiere war 2018 deutlich höher als im Vorjahr. Airlines, Flughafenbetreiber und die Flugsicherung beschlossen daraufhin zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Oktober auf einem Luftfahrtgipfel 25 Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. Am 28. März soll es einen weiteren Gipfel geben.

"Wir als TUIfly haben unsere Hausaufgaben gemacht, Ersatzkapazitäten beschafft, gemeinsam mit der TUI Deutschland Wartungsblöcke für den Sommer reserviert", sagte Lackmann der Zeitung. "Wir sind gut vorbereitet, können die externen Faktoren trotzdem nicht ausschalten."

Auch Luftfahrtverband BDL und Fluglotsen warnen

Auch der Luftfahrtverband BDL erwartet trotz der Gegenmaßnahmen der Branche erneut viele Ausfälle und Verspätungen von Flügen in Ferienzeiten. "Wir müssen damit rechnen, dass der Sommer 2019 auch schwierig werden wird", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Klaus-Dieter Scheurle Anfang Februar. Airlines, Flughäfen und Flugsicherung unternähmen alles, was in ihrer Macht stehe, damit sich das Chaos von 2018 nicht wiederhole.

Der Verband rechnet für dieses Jahr in Deutschland mit einem Wachstum des Luftverkehrs. So lägen die Anmeldungen für den Flugplan um 2,3 Prozent über dem Vorjahr - unabhängig von der jüngsten Insolvenz von Germania. Scheurle sagte, dies erhöhe die Anforderungen an die Infrastruktur am Boden und in der Luft.

"Vor diesem Hintergrund brauchen wir nun dringend strukturelle Veränderungen, damit der Luftverkehr nicht an seine Grenzen stößt." Die Kapazität im europäischen Flugsicherungsraum müsse etwa erhöht werden, forderte er. Hier sei vor allem die europäische Politik gefragt.

Dass sich Fluggäste auf einen weiteren Chaossommer einstellen müssen, prognostiziert auch die Fluglotsengewerkschaft GdF. Bei den Flugsicherungen werde sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr verschlechtern, heißt es in einer Erklärung. Die Folge sei eine mögliche "Wiederholung der massiven Verspätungssituation".

jus/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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ostseekuestenbewohner 04.03.2019
1. Kapazität ist vorhanden, sie muß nur genutzt werden
Unlängst wurde über die Probleme der Auslastung von Regionalflughäfen, in diesem Fall speziell Rostock-Laage, geschrieben. Wieso nutzt man nicht verstärkt solche Flughäfen. Das ist z.B. nicht unzumutbar weit weg von Hamburg und Berlin. Und die Landebahn ist mit 2,5 km Länge sogar ausreichend groß für den A380.
miwastill 05.03.2019
2. lol!^^
Lustigerweise steht dieser Artikel auf der SPON-Hauptseite fast direkt über dem Artikel über den südafrikanischen Piloten, der zwei Jahrzehnte lang ohne Lizenz flog. Wird da etwa ein Zusammenhang unterstellt...?^^
Hans58 07.03.2019
3.
Zitat von ostseekuestenbewohnerUnlängst wurde über die Probleme der Auslastung von Regionalflughäfen, in diesem Fall speziell Rostock-Laage, geschrieben. Wieso nutzt man nicht verstärkt solche Flughäfen. Das ist z.B. nicht unzumutbar weit weg von Hamburg und Berlin. Und die Landebahn ist mit 2,5 km Länge sogar ausreichend groß für den A380.
Da die Landebahn zugleich auch eine Startbahn ist, kommt der A 380 von dort mit Passagieren nicht weg, nur leer und wenig Tankinhalt.
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