Passagierrekord an Flughäfen Deutsche fliegen so viel wie noch nie

Im Sommer 2018 brachen mehr Menschen denn je von deutschen Airports zu einer Reise auf. Vor allem nach Tunesien und Ägypten wurde wieder häufiger geflogen. Die Pleite von Air Berlin sorgte aber für weniger Inlandsflüge.
Reisende am Flughafen

Reisende am Flughafen

Foto: simonkr/ Getty Images

Die Deutschen sind im vergangenen Sommer so viel geflogen wie nie zuvor. Laut Statistischem Bundesamt  brachen im Sommerflugplan von April bis Oktober 80,5 Millionen Menschen von den deutschen Hauptverkehrsflughäfen zu einer Flugreise auf. Das waren 2,4 Millionen Menschen oder drei Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Behörde in Wiesbaden berichtete. Von dem Boom haben aber nicht alle Ziele gleichermaßen profitiert.

Angestiegen ist vor allem die Zahl der Flüge von Deutschland ins Ausland. Zwischen April und Oktober reisten 66,2 Millionen Menschen in andere Länder, das waren gut 4,3 Prozent mehr als im Sommerflugplan 2017.

Mehr Passagiere wurden vor allem zu den touristischen Zielen in Nordafrika und der Türkei (5,63 Millionen) gezählt, wo die politischen Krisen der Vorjahre etwas in den Hintergrund getreten sind. So verzeichnete Tunesien (337.000) einen Zuwachs von 49,6 Prozent und Ägypten (1,17 Millionen) legte 38,3 Prozent zu. Die Zahl der Passagiere in die Türkei wuchs um 20,1 Prozent und der Nachbar Griechenland (3,45 Millionen) legte ebenfalls mit 15 Prozent deutlich zu.

Ins Hauptreiseland Spanien wollten zwar weiterhin knapp 10,5 Millionen Touristen, aber das bedeutete nur noch einen unterdurchschnittlichen Zuwachs von 1,8 Prozent. Auf die Kanarischen Inseln (1,73 Millionen) wollten sogar 1,7 Prozent weniger Passagiere als im Jahr zuvor.

Weitere Verlierer waren die USA (minus 6,7 Prozent; 3,59 Millionen) und die karibischen Inseln (minus 12,6 Prozent; 411.000) sowie der innerdeutsche Flugverkehr, der 2,3 Prozent verlor (14,3 Millionen).

Hier spiegelt sich die Pleite der Air Berlin wider, die zum Beginn des Jahres 2018 noch zu einem ausgedünnten innerdeutschen Flugplan geführt hatte.

Das heißt allerdings nicht, dass der Tourismus in Deutschland insgesamt gelitten hätte - im Gegenteil: Von Januar bis einschließlich November 2018 stieg die Zahl der Gästeübernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um vier Prozent auf 447,9 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im Gesamtjahr werde die Zahl der Gästeübernachtungen in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen voraussichtlich den Rekordwert von rund 477 Millionen erreichen.

jus/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.