Streik des Bodenpersonals Spanien-Reisenden droht Flugchaos an Ostern

Der für Ostern angedrohte Warnstreik am Hamburger Flughafen ist abgewendet. Doch Zehntausende Spanien-Reisende aus Deutschland könnten trotzdem Probleme haben, ihren Urlaubsort zu erreichen.

Anzeigetafel am Flughafen (Symbolbild)
DPA

Anzeigetafel am Flughafen (Symbolbild)


Urlauber mit Abflugort Hamburg können aufatmen. Die Gefahr von Warnstreiks am Airport der Hansestadt ist gebannt. Bei Gesprächen in der Nacht zu Mittwoch sei eine Tarifeinigung mit der Gewerkschaft Ver.di erzielt worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Weitere Details wurden bisher nicht bekannt. Ver.di wollte sich am Vormittag zu den Verhandlungen äußern.

Die Gewerkschaft hatte zuvor mit Warnstreiks der Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste gedroht, da die Gewerkschaftsmitglieder mehrheitlich eine erste Einigung abgelehnt und Nachforderungen gestellt hatten. Der Flughafen hatte Nachverhandlungen abgelehnt.

Die Ver.di-Mitglieder hatten unter anderem die vorgesehene zeitliche Staffelung der Tarifanhebungen kritisiert. Der angestrebte Mindestlohn von zwölf Euro je Stunde wäre in einem Jahr erreicht worden. Die kleinere Gewerkschaft Komba hatte dem Abschluss bereits zugestimmt.

Der Tarifkonflikt für die rund 950 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste am Hamburger Airport war seit Monaten mit großer Härte ausgetragen worden und hatte an zwei Tagen zu Warnstreiks, Flugausfällen und Verspätungen geführt.

Spanien fürchtet Reisechaos über Ostern

Probleme im europäischen Reiseverkehr könnte es über Ostern dennoch geben. Vor allem Spanien-Urlauber fürchten Streiks über die Feiertage. Die Gewerkschaften USO und UGT haben etwa 60.000 Mitarbeiter des Bodenpersonals aufgerufen, die Arbeit am Ostersonntag (21. April) sowie am 24. April an allen Flughäfen des Landes niederzulegen. Damit würde nach Schätzungen bis zu fünf Millionen Urlaubern aus ganz Europa zu Ostern ein Flugchaos drohen (mehr dazu lesen Sie hier).

Da an Ostern die Sommersaison beginnt und bei deutschen Reisenden vor allem die Sonnenziele rund um das Mittelmeer (darunter vor allem Mallorca) sowie Städtetrips etwa nach Madrid und Barcelona besonders beliebt sind, müssen wohl auch Zehntausende Deutsche in ihrem Osterurlaub mit zum Teil erheblichen Problemen rechnen.

Die Gewerkschaften haben auch die Lokführer der Bahngesellschaft Renfe zu Streiks an Ostern aufgerufen. Am Mittwoch sollen 46 Züge ausfallen, wie Renfe mitteilte. Das befürchtete Osterchaos will Madrid aber noch abwenden. Verkehrsminister José Luis Ábalos sagte, man wolle in allen Arbeitskonflikten vermitteln.

Unbefristeter Streik am Flughafen Madrid Barajas

Bereits am Dienstag haben in Spanien die Piloten der Regionalfluggesellschaft Air Nostrum gestreikt. Sie protestierten unter anderem gegen Auslagerungsmaßnahmen. Die Piloten, die im Auftrag von Iberia vor allem Strecken innerhalb Spaniens fliegen, hatten am Montag die Arbeit niedergelegt und wollten ursprünglich bis Mittwoch sowie auch zwischen dem 22. und dem 24. April streiken. Der Ausstand wurde schließlich vorzeitig beendet, weil die Pilotengewerkschaft Sepla und die Airline eine Einigung erzielt haben, wie das das Unternehmen aus Valencia mitteilte.

Auf dem Flughafen Madrid Barajas ging am Dienstag der unbefristete Streik des Sicherheitspersonals in den fünften Tag. Vor allem am Wochenende war es dort teils zu langen Wartezeiten an den Gepäckkontrollen gekommen. Am Dienstag war die Lage zunächst aber deutlich ruhiger. Mit dem Ausstand sollen bessere Arbeits- und Vertragsbedingungen durchgesetzt werden.

jus/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
chap1959 17.04.2019
1. schnell noch stornieren?
Es droht über Ostern sehr regnerisches Wetter auf der iberischen Halbinsel. Da ist der Streik perfekter Grund zur Stornierung oder ähnlichem.
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