Reisepass Chip speichert Fingerabdruck ab Ende 2007

Deutsche Reisepässe werden ab November kommenden Jahres einen digitalisierten Fingerabdruck enthalten. Damit konkretisiert das Bundesinnenministerium die Umsetzung der EU-Vorgabe. In einigen Passämtern laufen bereits Tests mit der neuen Technik.


Berlin – Ab November 2007 soll auf den Chips in neuen Reisepässen nicht nur ein digitalisiertes Foto des Passinhabers gespeichert sein, sondern auch dessen Fingerabdruck, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte. Nach Vorgaben der Europäischen Union sollte dies in den Mitgliedsstaaten spätestens bis zum 28. Juni 2009 umgesetzt werden. Seit knapp einem Jahr enthalten die deutschen Reisepässe bereits einen Chip mit einem Foto.

Die neue Technik wird dem Sprecher zufolge derzeit in zwölf Passämtern getestet. Antragsteller für einen neuen Pass könnten dort freiwillig ihre Fingerabdrücke hinterlassen; die Passämter könnten so Erfahrungen für die bundesweite Einführung sammeln. Dabei würden die Daten bislang nicht auf dem Pass gespeichert. Ziel sei es, die Funktionsfähigkeit der Biometrie-Scanner zu testen. "Die Daten des Fingerabdrucks werden erfasst, aber nur in einer elektronischen Datei gespeichert", erklärte der Sprecher.

Ende Juni hatte das Innenministerium die Reisepässe mit digitalisiertem Fingerabdruck in Brüssel vorgestellt. Damals hatten deutsche Experten und die EU-Kommission versichert, dass das biometrische Merkmal technisch speziell geschützt werde. Eine zusätzliche Kontrolle gewährleiste einen hohen Schutz gegen unbefugten Zugriff auf die Daten, sagte EU-Justizkommissar Franco Frattini. Zunächst dürfen laut Kommissionsangaben nur die EU-Staaten auf die elektronisch gespeicherten Fingerabdrücke zugreifen. Erst später soll entschieden werden, ob Drittstaaten, etwa die USA, Zugriff bekommen.

abl/AP/AFP



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