Reiserecht Gebuchte Rundreise darf nicht gekürzt werden

Die Enttäuschung war groß: Nach über 20 Stunden Flug wurde den Australien-Urlaubern mitgeteilt, sie sollten ihre gebuchte Bustour nur zum Teil erleben. Kurzerhand flog das Paar zurück gen Heimat - und bekam Recht.


Kein Koala: Der Australien-Urlaub fiel für das deutsche Paar diesmal aus
AP

Kein Koala: Der Australien-Urlaub fiel für das deutsche Paar diesmal aus

Frankfurt/Main - Unter bestimmten Umständen müssen es Fernreisende nicht hinnehmen, wenn sie bei Ausfall ihrer geplanten Busrundreise auf eine Tour mit reduziertem Programm umgebucht werden. Sie können in einem solchen Fall zurück nach Deutschland fliegen und vom Reiseveranstalter neben den Reisekosten auch Schadenersatz für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit verlangen. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Frankfurt hervor, auf das die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Frankfurt in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" hinweist.

In dem konkreten Fall war Australien-Urlaubern nach ihrer Ankunft mitgeteilt worden, dass ihre gebuchte elftägige Busrundreise ausfiel. Der Reiseveranstalter machte das Angebot, in das Programm einer anderen Bustour einzusteigen, die auf der gleichen Route im Nordosten Australiens unterwegs und bereits drei Tage zuvor gestartet war. Das Paar lehnte die Offerte aber ab, flog zurück nach Frankfurt und verklagte den Veranstalter.

Das Paar hätte inklusive der Weiterreise zu der bereits laufenden Bustour vier bis fünf Reisetage der insgesamt elftägigen Rundreise verloren - dies sei den Urlaubern nicht zuzumuten gewesen, so das Gericht. Der Veranstalter musste nicht nur die Reisekosten samt des Preises der Linienflüge zurückzahlen, sondern auch für Hotel- und Taxikosten aufkommen. Hinzu kamen für die drei Tage vor Ort je 72 Euro pro Person sowie für die restlichen zehn Urlaubstage, die eigentlich in Australien hätten verbracht werden sollen, je 36 Euro pro Person als Schadenersatz.

Aktenzeichen: 2-19 O 233/02

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