Reiserecht Hotelwechsel bei Mängeln kann teuer sein

Kaum auf Fuerteventura angekommen, erlebte die Touristin die erste Enttäuschung. Ihr gebuchtes Hotelzimmer war völlig verdreckt, und sie wechselte sofort die Unterkunft. Dann auch noch das Urteil eines Landgericht: Die entstandenen Mehrkosten müsse der Reiseveranstalter nicht zahlen.

Kleve/Frankfurt/Main - Wenn ein Urlauber eigenmächtig ein beanstandetes Hotel umbucht, könne er nicht mit einer Übernahme der Mehrkosten durch den Reiseveranstalter rechnen. Auch kann eine nachträgliche Preisminderung wegen der Mängel dann nicht geltend gemacht werden. So entschied das Landgericht Kleve, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Frankfurt in ihrer Fachzeitschrift "Reise Recht aktuell". Dem Reiseveranstalter müsse immer die Möglichkeit eingeräumt werden, Abhilfe zu schaffen oder den Gästen ein anderes Hotel zuzuweisen.

Im verhandelten Fall hatte die Klägerin ein Vier-Sterne-Hotel auf Fuerteventura gebucht. Auf der Insel wurde sie in einem Hotel der spanischen Drei-Sterne-Kategorie unterbracht, das ihren Angaben zufolge Mängel in den Zimmern aufwies und stark verdreckt gewesen sei. Die Klägerin setzte sich daraufhin zwar mit ihrer Reiseleiterin in Kontakt, bezog aber noch am selben Tag ein anderes Hotel - zu Unrecht, wie das Gericht entschied. Die Frau hätte dem Veranstalter eine Frist setzen müssen, die Mängel beheben zu lassen.

Landgericht Kleve: Aktenzeichen 12 S 332/02

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