Reiserecht Im Hotelbad muss Shampoo vorhanden sein

Mit einer ganzen Liste an Reisemängeln zog ein vom Zillertal-Urlaub enttäuschtes Ehepaar vor Gericht: So fehlte zum Beispiel Shampoo im Hotel-Badezimmer, dafür gab es jede Menge Silberfischchen.


Köln - Das Ehepaar hatte sich seine 14-tägige All-inclusive-Reise im Zillertal über Weihnachten für insgesamt 2688 Euro wohl anders vorgestellt - und klagte um Schadenersatz für diverse angebliche Reisemängel. Das Kölner Amtsgericht entsprach dem in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil allerdings nur in Teilen und billigte dem Paar Schadenersatz in Höhe von 403,20 Euro zu.

Geld gab es für fehlendes Shampoo: In einem Drei-Sterne-Hotel europäischen Standards gehöre Shampoo zur Grundausstattung im Badezimmer, argumentierte das Gericht. Auch hatte das Ehepaar während des Aufenthaltes, der vom Reiseveranstalter mit "Aktiv und Fun im Preis" überschrieben war, im Hotel zwar eine Tischtennisplatte vorgefunden, aber keine Schläger. Diese hätten mitgebracht werden müssen, meinte - dem Gericht zufolge zu Unrecht - der Veranstalter.

Auch für die zugesagte und nicht eingehaltene Ermäßigung auf Skipass und Verleih sprach das Gericht den Klägern Schadenersatz zu. Ebenfalls Geld zurück gab es für Ungeziefer im Bad: "In dem Auftreten von Silberfischen in der Badewanne liegt ein Mangel, weil sie den Schluss auf eine etwas mangelnde Reinigung zulassen", befand der Richter.

Kein Geld gab es allerdings für das Argument, man habe sich am Abreisetag für die Rückreise am Frühstücksbüfett kein Lunchpaket zusammenstellen dürfen. Dies sei vom Reiseveranstalter so auch nicht zugesagt worden und sei deshalb kein Reisemangel.

Insgesamt sprach das Gericht 15 Prozent vom Reisepreis als Schadenersatz zu.

Kölner Amtsgericht, Aktenzeichen 135 C 175/04

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