Reiserecht In Dubai gehört Öl zum Urlaub

Strandurlaub neben klebrigen Ölflecken, Baden zwischen schwarzen Lachen – ist das die Zukunft für Urlauber in arabischen Ländern? Reisende in Dubai wunderten sich über Öl-Warnschilder, klagten auf Kostenerstattung – und verloren.


Baden-Baden/Wiesbaden - Wer in ein Land wie Dubai reist, muss grundsätzlich damit rechnen, dass der Strand durch Öl verschmutzt sein könnte. Der Reiseveranstalter muss auf dieses Risiko nicht ausdrücklich aufmerksam machen, entschied das Amtsgericht Baden-Baden. In einem Land, das überwiegend von der Förderung von Öl lebt, komme es durch den damit verbundenen Tankerverkehr fast zwangsläufig zu Ölverschmutzungen im Meer.

Wer sich für ein solches Reiseziel entscheidet, müsse damit rechnen und das auch akzeptieren, berichtet die von der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden herausgegebene Fachzeitschrift "ReiseRecht aktuell".

In dem betreffenden Fall hatten die Kläger Fotos von Schildern am Strand gemacht, auf denen "Bitte schwimmen Sie nicht im Meer, wenn es Öl am Strand gibt" zu lesen war. Daraus ergebe sich jedoch nicht, dass der Strand tatsächlich verschmutzt war, kritisierte das Gericht. Dass das in einem Land wie Dubai prinzipiell nicht auszuschließen ist, liege auf der Hand. Ansprüche gegenüber dem Veranstalter wies das Gericht zurück.

Amtsgericht Baden-Baden, Aktenzeichen 16 C 255/05

Sto/gms



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