Reiserecht Keine Entschädigung bei Überfall im Hotel

Ihre Hochzeitsreise nach Kenia geriet zum Fiasko: In einem Drei-Sterne-Hotel in Mombasa wurden deutsche Touristen ausgeraubt und verletzt. Und das, obwohl über hundert bewaffnete Wächter für Sicherheit sorgen sollten. Das Paar forderte Entschädigung.


München - Das Ehepaar in den Flitterwochen war im Juni 2002 in Mombasa ausgeraubt worden, obwohl sein Drei-Sterne-Hotel von 132 bewaffneten Wächtern mit Hunden bewacht worden war. Ein Räuber durchtrennte dem Ehemann mit einer Machete Sehne und Nerv eines Fingers. Der Reiseveranstalter trug die Behandlungskosten, verweigerte aber die Rückzahlung des Reisepreises von 1426 Euro und ein Schmerzensgeld in Höhe von 3000 Euro.

Zu Recht, entschied Oberlandesgericht München am Donnerstag. Der Reiseveranstalter habe das Hotel, in dem das Paar wohnte, genügend gesichert, erklärte das Gericht. Daher habe der Veranstalter seine Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt und müsse weder die Kosten für die Reise übernehmen noch Schadenersatz zahlen. Bei Reisen in gefährdete Gebiete könne nicht jeder Zwischenfall ausgeschlossen werden.

Aktenzeichen: Oberlandesgericht München 8 U 2174/04



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