Reisebüro-Panne
Sächsische Kundin bucht Bordeaux statt Porto
Eine undeutliche Aussprache im Reisebüro kann teuer werden. Fast 300 Euro muss eine Kundin aus Sachsen für einen Flug zahlen, den sie nie angetreten hat - weil sie den gewünschten Zielort Porto dialektbedingt nicht klar artikulierte.
Bordeaux in Frankreich: Verwechslung mit anderen Städten nicht ausgeschlossen
Corbis
Stuttgart - Eine Buchung ist auch dann gültig, wenn die Mitarbeiterin eines Reiseunternehmens den Zielort wegen undeutlicher Aussprache des Kunden falsch verstanden hat. Der Kunde ist dafür verantwortlich, dass der Mitarbeiter ihn richtig versteht, urteilte das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".
In dem Fall hatte eine Kundin einen Flug nach Porto buchen wollen. Die Mitarbeiterin des Reiseunternehmens buchte jedoch einen Flug nach Bordeaux und forderte vor Gericht den Reisepreis ein. Die aus Sachsen stammende Beklagte habe den Zielort zu undeutlich genannt.
Vor der verbindlichen Buchung habe sie zweimal in korrekter hochdeutscher Sprache die Flugroute genannt, erklärte die Mitarbeiterin. Insofern sei ein wirksamer Vertrag mit dem Reiseziel Bordeaux zustande gekommen. Dieser Auffassung folgte das Gericht. Die Kundin musste den Reisepreis in Höhe von 294 Euro zahlen.
Diese Art von Fehlbuchung ist kein Einzelfall: Jährlich besuchen mehrere Urlauber einen Ort namens Rodez in Frankreich, die eigentlich nach Rhodos in Griechenland wollen. Auch in Sydney in Nova Scotia, Kanada, landeten schon mehrfach enttäuschte Besucher, die ihren Koffer für eine Australien-Reise gepackt hatten.
14 BilderReise-Fundstücke: Kurioses aus dem Urlaub
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Arme Sau: In Indonesien wird beim Transport von Lebendvieh nicht immer das optimale Verkehrsmittel gewählt - dort sind allerdings auch drei oder vier Personen auf einem Moped keine Seltenheit.
Stephan Orth
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Hauptsache, die Marke stimmt: Dieser schon recht klapprige Mitsubishi-Reisebus wurde durch einen aufgeklebten Mercedes-Stern sichtbar aufgewertet. Weniger geschickt...
Stephan Orth
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...ist dagegen diese Fälschung in einem Basar im indonesischen Palu geraten. Wer angebliche Markenware an den Kunden bringen will, sollte sich schon ein wenig mit Feinheiten der Rechtschreibung auseinandersetzen - oder handelt es sich um einen cleveren Trick, um Copyright-Klagen auszuweichen? Das nämlich scheint...
Stephan Orth
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...auch bei chinesischen Sportartikelherstellern eine beliebte Geschäftspraktik zu sein - denn irgendwie erinnern Name und Logo hier an eine bekannte US-Marke.
Stephan Orth
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Top-Referenzen: Wer schon immer mal wissen wollte, wo sich die Deutsche Bank bei Investment-Entscheidungen beraten lässt, wird am Pier der britischen Stadt Brighton fündig.
Stephan Orth
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Was macht eigentlich Jackie Chan, wenn er nicht vor Kameras Gangster verprügelt? Na klar, er betreibt einen Gemischtwarenladen auf den Kapverden.
Stephan Orth
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Verbotsschild an einem asiatischen Hotel: Die auch als "Stinkfrucht" bekannte Durian duftet so heftig, dass sich Gäste und Personal gestört fühlen könnten.
Stephan Orth
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Hinweisschild in einem Pekinger Park: Platzsparender wäre es in diesem Fall wohl gewesen, aufzulisten, was alles erlaubt ist. Immer noch besser allerdings...
Stephan Orth
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...als ein Piktogramm, deren Aussage sich nicht direkt erschließt (entdeckt im Vogelnest-Stadion in Peking).
Stephan Orth
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Wer sich ein bisschen mit Werbung auskennt, weiss, wie wichtig es ist, beim Kunden Vertrauen zu erwecken. Allzu wörtlich sollte man dieses Gebot allerdings nicht nehmen, wenn man beispielsweise eine Fluglinie betreibt - denn dann sorgt eine Bitte um Vertrauen eher für Sicherheitsbedenken (im Fall der indonesischen Airline Batavia nicht ganz zu Unrecht, denn sie steht auf der schwarzen Liste in der EU nichtzugelassener Fluggesellschaften).
Stephan Orth
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Weiter geht's in unserem kleinen Marketing-Kurs auf die Kapverdischen Inseln: "Wir hoffen das Beste für alle", ist zwar nett gemeint, im Zusammenhang mit einem Kosmetik-Shop allerdings nur bedingt dazu geeignet, Kunden anzulocken.
Stephan Orth
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Apropos Schönheit: Wenn Sie einen Friseursalon betreiben, ist es von Vorteil, die Werbetafel-Optik an Trends zu orientieren, die noch nicht mehrere Jahrzehnte zurückliegen.
Stephan Orth
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Dabei kann bildhafte Kommunikation so einfach und effektiv sein: In dieser Apotheke in Tokio weiss auch jeder Ausländer sofort, wo er die Medikamente für sein Wehwehchen findet.
Stephan Orth
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Die "Konditorei Bayern" in einer japanischen Kleinstadt dagegen scheint es speziell auf deutsche Kunden abgesehen zu haben - kein Problem ist eine solche Aufschrift dank Online-Übersetzungsprogramm.